Biographie

Ambrose Bierce bei mordlust.de?

Der Meister des Makabren war zwar kein Autor von Kriminalromanen, aber mit seinen zynischen Kurzgeschichten, die sich nicht selten um Mord- und Selbstmord drehten, hat er immer wieder tiefen Einfluss auf spätere Autorengenerationen genommen.

Gerade die Noir-Strömung scheint oft aus Bierce Werken erwachsen (oder sollte man sagen: gewuchert) zu sein. An einem frühen Junimorgen 1872 ermordete ich meinen Vater - eine Tat, die mich damals tief beeindruckte. (Ein unvollständiger Brand), einer der meist zitierten Anfänge einer Bierce-Geschichte. Die Ich-Perspektive des Mörders, gern verwendet von Noir-Größe Jim Thompson.


Autor
Ambrose Bierce

Ambrose Bierce

Name: Ambrose Gwinett Bierce

Geboren: 24.06.1842

Gestorben: ?

Berufe: Soldat, Journalist, Schriftsteller, Wachmann, Finanzamtsagent

Pseudonyme: Dod Grile, William Herman, Mrs. J. Milton Bowers


Biographie

Nicht selten handelten seine Erzählungen von Mord- und Selbstmord, zeitlebens war Bierce besonders fasziniert von Gattenmord und dem Thema Elternmord (nicht umsonst bezeichnete er eine Reihe seiner Erzählungen als Der Elternmörder-Klub). Als Kolumnist führte er seine verheerende Feder gegen Geistliche, Politiker und Autoren, eine gefährliche Berufung im San Francisco der damaligen Zeit (Bierce ging nie ohne einen geladenen Revolver aus dem Haus).

Neben seinen Kolumnen, Kurzgeschichten und Gedichten, ist Bierce vor allem für sein Des Teufels Wörterbuch bekannt, einer Sammlung von sarkastischen und zynischen Worterklärungen, deren Definitionen immer wieder gern zitiert werden.


Ambrose Bierce wurde 1842 in Meigs County, Ohio, als jüngstes von zehn Kindern geboren. Seine Eltern waren Mitglieder der First Congregational Church of Christ und Ohio damals eine Zentrum des Erweckungsglaubens. Das Verhältnis zu seinen Eltern war vermutlich nicht das Beste. Sein Vater war ein hart arbeitender Mensch, der allerdings eine nicht unbeträchtliche Bibliothek sein Eigen nannte (durch die Bierce früh in Kontakt mit der Literatur kam). Die Beziehung zu seiner Mutter war sehr gespannt. Nicht umsonst finden sich in seinen späteren Werken immer wieder Abrechnungen mit Elternfiguren.

Nach einem Jahr an der High School wurde Ambrose mit 15 Jahren Druckergehilfe beim Northern Indian, einem Anzeigenblatt.

1861 meldete er sich freiwillig zur Unionsarmee und sollte in den folgenden vier Jahren die Schrecken des Krieges unmittelbar erleben.

Er kämpfte in zahlreichen Schlachten, wurde Topograph in General William B. Hazens Stab, rettete zweimal einen Kameraden unter Einsatz seines Lebens und wurde schließlich am Kenesaw Mountain am Kopf verwundet. Nach seiner Erholung wurde er jedoch wieder aktiver Soldat. Die Erlebnisse während des Krieges sollten eine tiefe Wirkung auf den jungen Bierce ausüben.

1865 verließ er die Armee, nachdem auch seine Verlobung mit Bernie Wright gelöst worden war. Er blieb jedoch im Dienste der Regierung und konfiszierte als Finanzamtsagent "herrenlose" Güter, zumeist Baumwolle, in Alabama. Ein nicht ungefährlicher, von Korruption gezeichneter Job. Bierce erlag den Verlockungen jedoch nicht. Im Juli 1866 schloss er sich Generalmajor Hazen zu einer Inspektionsreise durch den Nordwesten an.

Darauf ging er nach San Francisco, wo er als Wachmann arbeitete und den Plan fasste, Schriftsteller zu werden. Er schrieb unter anderem für Californian und Overland Monthly (in der 1871 seine erste Geschichte erschien).

1868 übernahm er die editorische Leitung des News Letter, einem Wochenblatt, für das er satirische Beiträge (Town Crier-Kolumne) schrieb. Bierce erhob seine scharfe Feder beinahe gegen alles und jeden, mit Vorliebe jedoch gegen die Stadtführung, die Eisenbahnbarone, junge Schriftsteller und Frauen.

Dennoch heiratete er 1871 überraschend Mary Ellen "Mollie" Day, die hübsche Tochter eines reichen Grundbesitzers. Eine Ehe, die unter keinem glücklichen Stern stand.

Nach der Hochzeit zog das Paar nach London, wo sie bis 1875 blieben. Bierce schrieb für Figaro und Sun und brachte drei Bücher heraus (THE FIEND'S DELIGHT, NUGGETS AND DUST PANNED OUT IN CALIFORNIA und COBWEBS FROM AN EMPTY SKULL). Doch der Erfolg war mäßig und das Paar fühlte sich in England nicht wohl. Schließlich verließ Mollie mit ihren zwei Söhnen England, Bierce folgte bald darauf.

Von 1877 an arbeitete Bierce beim Argonauten, einer Wochenzeitung, mit. Ihr blieb er bis 1879 treu, zog sich dann aber aufgrund politischer und literarischer Querelen daraus zurück.

Überraschend nahm er das Angebot eines alten Freundes an, im Auftrag der Black Hills Placer Mining Company nach Deadwood, South Dakota, zu gehen, um einen Minenbetrieb auf Fordermann zu bringen. Doch das Unternehmen entpuppte sich schon früh als gewaltige Pleite. Bierce tat zwar sein Möglichstes, aber schließlich kehrte er 1880 erfolglos nach San Francisco zurück.

Im Januar '81 fand Ambrose wieder Arbeit bei der Wasp, einer satirischen Wochenzeitschrift. In ihr machte er sich mit allem Eifer daran, gegen die korrupten Eisenbahnbarone zu feuern. Hier verfeinerte er auch eine Spalte mit dem Namen THE DEVIL'S DICTIONARY, die er früher schon unter dem Titel THE DEMON'S DICTIONARY verwendet hatte.

Er blieb jedoch nur bis 1885 bei der Wasp. Zwei Jahre später, während denen Bierce sich (getrennt von seiner Familie) von seinem Asthma kurierte, warb ihn William Randolph Hurst für den Examiner an. Während Hurst seine Zeitung zu ungeahnten Höhen hievte, lief auch Bierce zu Höchstformen auf. In unbändiger Streitlust zog er über alles und jeden her. Familiär ging für Bierce jedoch alles schief. Er trennte sich offiziell von seiner Frau und schließlich erschoss sich sein Sohn Day (nachdem er einen Rivalen niedergeschossen hatte). Bierce war ein gebrochener Mann, der sich nur langsam von diesen Schlägen erholte.
1887 bot ihm Hurst an, nach Washington zu gehen, um gegen den Funding Bill des Eisenbahn Barons Huntington (die ihm einen unbegrenzten Zahlungsaufschub seiner 75 Millionen Dollar öffentlicher Schulden erlauben sollte) die Feder zu erheben. Bierce nahm an und leitete einen Rundumschlag gegen den verhassten Gegner. Bei seiner Rückkehr nach San Francisco wurde Bierce wie ein Held gefeiert.

Während der 90er Jahre veröffentlichte Bierce einige Geschichten, u.a. seine TALES OF SOLDIERS AND CIVILIANS.

Von 1900 bis 1913 an lebte und arbeitete er hauptsächlich in Washington.

Die Umstände seines Todes sind ungeklärt. Bierce schrieb einige Briefe, in denen er ankündigte, nach Mexiko zu gehen. Dort verschwand er in den Wirren des Bürgerkrieges, lautet eine Annahme. Andere Quellen glauben, dass er sich selbst das Leben nahm.


Veröffentlichungen

Deutschsprachig

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Bibliographie
Deutscher Titel Originaltitel Jahr
- The friend's delight 1872
- Nuggets and duts panned out in California 1872
- Cobwebs from an empty skull 1874
- The dance of death 1877
- The dance of life: An answer to the dance of death 1877
- Tales of Soldiers and civilians 1891
- Black beetle in amber 1892
- Can such things be? 1893
- Fantastic fables 1899
- Shapes of clay 1903
Des Teufels Wörterbuch The devil's dictionary (The cynic's word book) 1906
- A son of the gods and a horseman in the sky 1907
- The shadow on the dial and other essays 1909
- Write it right 1909