

Tödliche Rache
Originaltitel: The Vengeance Man, 1966
Stark House
400 Seiten
Roman
Inhalt
Dafür, dass seine Frau ihn betrügt, muss sie teuer bezahlen. Eiskalt plant Jim Wilson ihren Tod und kaschiert den Mord als Eifersuchtsdrama. Doch das ist erst der Auftakt für einen Rachefeldzug ohnegleichen. Gefangene werden keine gemacht, jedes Mittel ist recht. Mit Gewalt und Erpressung sichert Wilson sich ab, um an ein fettes Stück vom Kuchen zu kommen. Dabei muss er höllisch aufpassen, dass er nicht in der Luft zerrissen wird. Denn seine Gegenspieler sind der alternde Harrington, einflussreichster Mann im County, und die schöne, aber skrupellose Lud, die durchtriebene Freundin seiner toten Frau. Und denen ist ebenfalls jedes Mittel genehm, um noch mächtiger und reicher zu werden. Wilsons perfekt durchdachter Racheplan muss so einiges aushalten, den seine Gegenspieler sind unberechenbar und absolut tödlich.
Kommentar
Hard-boiled-Pflichtlektüre. Marlowe peitsch einen bereits auf den ersten Seiten durch einen Pfuhl aus Gewalt, Sex und Intrigen. Keine Zeit für besinnliche Momente. Kein Quäntchen Gutes auch nur in irgendeiner Figur. Jeder ist korrupt, habgierig, gewalttätig und bereit zu einem Mord. Jim Thompson lässt grüßen. Es beginnt mit einem Knall, schlingert dahin wie ein angeschossenes, tollwütiges Pferd und kracht am Ende mit lautem Getöse zusammen. Pulp und Hard-boiled auf das Wesentliche fokussiert. Lakonischer, ultraharter Ich-Erzähler, ein brutaler Mord direkt am Anfang, andauernde, unterschwellige Gewalt, jede Menge Sex, Korruption, Intrigen und Mordkomplotte.


Doom Service
Originaltitel: Doom Service, 1960
Blackmask
154 Seiten
Roman
Inhalt
Als der Bruder von Johnnys Mädchen Sally, ein aufstrebender Boxer, während eines Überfalls getötet wird, muss der zähe Chefportier nicht lange überlegen, um einen Mord zu wittern. Denn der tote Knabe hatte mehr Kohle als gewöhnlich in der Tasche und die stammte allem Anschein nach aus einem getürkten Kampf. Und wenn es um Boxkämpfe geht, dann laufen in der Stadt alle Fäden bei Loonie Turner zusammen. Der strotzt nicht nur vor Geld und Einfluss, sondern auch vor bewaffneten Handlangern, die Johnny vergeblich klarzumachen versuchen, dass er die Finger aus der Angelegenheit lassen soll. Genauso gut könnten sie mit einer Wand reden, nur dass die nicht alle miesen Tricks im Boxen kennt und ordentlich austeilt. Aber nicht nur Gangster und Anwälte machen Killain das Leben schwer. Da sind auch ein paar verdammt hübsche Frauen, die dem Kriegsveteranen ihre ganz eigenen Kampftricks zeigen wollen. Allerdings nicht in aller Öffentlichkeit …
Kommentar
Marlowes amoralischer Muskelprotz Johnny Killain räumt in gewohnter Weise die Stadt auf. Mit Ausdauer, Köpfchen und seinen Fäusten. Von ein paar Leichen mehr oder weniger lässt er sich nicht aus der Ruhe bringen. Geschweige denn von verführerischen Frauen, wie der Nachtclubsängerin Consuelo, oder schlecht gelaunten Bullen, wie Detective Cuneo und seinem ehemaligen Kriegskameraden Dameron. Der Mikrokosmos um das Hotel Duarte ist nach Doorway to Death und Killer With a Key angefüllt mit vertrauten Personen und jener unterschwellig einsamen Stimmung, die einen in großen Hotels packt.


Fünf müssen sterben
Originaltitel: Doorway to Death, 1959
Blackmask
172 Seiten
Roman
Inhalt
In the old days Johnny was an undercover agent. He was a specialist - no guns, no knives, all he had to do was reach you. He can give any circus strong man cards and spades, and when he gets mad, the tough guys take to the trees. He warms up on brick walls.
Der hartgesottene Johnny Killain arbeitet als Chefportier im Hotel Duarte und genießt Dank seiner alten Armeekameradschaft zum Hotelbesitzer so ein paar Freiheiten. Die beziehen sich hauptsächlich auf den Umgang mit weiblichen Gästen. Killains Freundin hat da eine entspannte Haltung zu. Für Unruhe sorgt nur der Gangster Max, der ein paar seiner Mädchen im Hotel platzieren möchte. Aber an Johnny beißt er sich die Zähne aus. Nach einer Tracht Prügel lädt der Chefportier Max und zwei seiner Schläger in einer Seitenstraße ab. Kurz darauf ist der Gangster tot - erschossen. Wie gut, dass der ermittelnde Bulle ebenfalls ein alter Kamerad ist und aus Erfahrung weiß, dass Killain den Umgang mit Schusswaffen scheut. Wie schlecht, dass Johnny sich kein bisschen kooperativ verhält und lieber auf eigene Faust im Dreck stochert. Geheimnisvolle Gäste, ein fragwürdiger Manager und neugierige Angestellte. Irgend etwas Großes ist im Gange im Duarte. Groß genug, noch ein paar zusätzliche Leichen zu produzieren.
Kommentar
Die ersten Seiten sagen es alles: PULP. Sex, Schlägereien und Mord. Festgezurrt in eine akzeptable, aber vorhersehbare Geschichte. Johnny Killain ist ein harter Serienheld, der ein bisschen nach Anti- schreit und nach vier Romanen schließlich Marlowes rücksichtlosem Verbrecher Earl Drake weichen musste.
Leider ist die englische Blackmask-Ausgabe so gut wie gar nicht lektoriert und wimmelt vor Umbruch- und Zeichenfehlern.


Das Spiel heißt Tod
Originaltitel: The Name of the Game is Death, 1962
Bastei Lübbe
218 Seiten
Roman
Inhalt
Als die Zahlungen aus einem gemeinsamen Bankraub ausbleiben, macht sich Earl Drake auf die Suche nach seinem Partner Bunny. Er macht sich auf den Weg nach Hudson, Florida, um dabei eine blutige Spur hinter sich herzuziehen. Und gleichzeitig ist es eine Reise in seiner Vergangenheit, ein Blick zurück auf vergangene Ereignisse, die ihn zu dem unmoralischen Gangster von heute machten. Am Ziel seiner Reise gerät er an den zwielichtigen Sheriff Franklin und dessen Geliebte und von nun an heißt das Spiel wirklich Tod.
Kommentar
Mit dem namenlosen Protagonisten, der erst später als Earl Drake, der Mann ohne Gesicht, bekannt wurde, schuf Dan James Marlowe eine der eingängigsten Gangsterfiguren mit deutlichen Noir-Zügen. Seine mangelnde Moral, seine kalte Betrachtung der Ursachen seiner Handlungen und die ausgeführten Handlungen selbst ziehen sich wie ein beklemmender schwarzer Faden durch Das Spiel heißt Tod.
Die 93er-Ausgabe aus dem Verlag BasteiLübbe verfügt zudem über ein interessantes Nachwort zu Dan J. Marlowe.