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Dan J. Marlowe

Name: Dan James Marlowe
Geboren: 1914
Gestorben: August 1986
Berufe: Spieler, Politiker, Schriftsteller
Pseudonyme: Albert Avellano, Jaime Sandaval, Gar Wilson

My agent says I'm the living proof that stories don't care who writes them.


US-amerikanischer Paperback-Autor, dessen bekannteste Figur der hartgesottene Earl Drake (The Man With Nobody's Face) war. Marlowe schrieb zeitweise mit dem ehemaligen Bankräuber Al Nussbaum zusammen, mit dem er sich in frühen 60er Jahren anfreundete.


Geboren 1914 in Lowell, Massachusetts, wuchs er nach dem Tod der Mutter bei zwei Tanten auf. Nach der Schule qualifizierte Marlowe sich als Buchprüfer und arbeitete mehrere Jahre als stellvertretender Manager eines Country Clubs in Connecticut. Bevor er sich hauptberuflich als Schriftsteller verdingte, setzte er eine ganze Anzahl von Jobs auf seine Liste - unter anderem Versicherungsvertreter, Barmann, PR-Berater und professioneller Spieler.

1959 wurden seine zwei ersten Roman verlegt, Doorway to Death und Killer with a Key. Nach Erscheinen seines The Name of the Game is Death, kontaktierte ihn besagter Al Nussbaum, um Marlowes Buch zu loben und sich Ratschläge für eine eigene Schriftstellerkarriere zu holen. Während Nussbaum einsaß, freundeten sich beide an und arbeiteten die der Folgezeit zusammen.

In den späten 60ern versuchte sich Marlowe erfolgreich in der Lokalpolitik, zog sich aber 1970 daraus zurück, um weiter zu schreiben.

Sieben Jahre später sollte er unter einem plötzlichen Anfall von Gedächtnisschwund leiden, der ihn zeitlebens verfolgen sollte. Al Nussbaum bot ihm darauf an, zusammen zu leben und zu arbeiten. 1982 bevorzugte Marlowe jedoch eine eigene Wohnung, in der er 1986 einem Herzanfall erlag.


Die große Wiederentdeckung des "Hardest of the hardboiled" (so Stephen King in seiner Widmung von The Colorado Kid), steht im Vergleich zu Marlowes Schreibgenossen wie David Goodis oder Jim Thompson jedoch noch aus.


Mystery Man: Dan J. Marlowe von Charles Kelly



Doom Service

Tödliche Rache

Originaltitel: The Vengeance Man, 1966

Stark House

400 Seiten

Roman

Inhalt

Dafür, dass seine Frau ihn betrügt, muss sie teuer bezahlen. Eiskalt plant Jim Wilson ihren Tod und kaschiert den Mord als Eifersuchtsdrama. Doch das ist erst der Auftakt für einen Rachefeldzug ohnegleichen. Gefangene werden keine gemacht, jedes Mittel ist recht. Mit Gewalt und Erpressung sichert Wilson sich ab, um an ein fettes Stück vom Kuchen zu kommen. Dabei muss er höllisch aufpassen, dass er nicht in der Luft zerrissen wird. Denn seine Gegenspieler sind der alternde Harrington, einflussreichster Mann im County, und die schöne, aber skrupellose Lud, die durchtriebene Freundin seiner toten Frau. Und denen ist ebenfalls jedes Mittel genehm, um noch mächtiger und reicher zu werden. Wilsons perfekt durchdachter Racheplan muss so einiges aushalten, den seine Gegenspieler sind unberechenbar und absolut tödlich.


Kommentar

Hard-boiled-Pflichtlektüre. Marlowe peitsch einen bereits auf den ersten Seiten durch einen Pfuhl aus Gewalt, Sex und Intrigen. Keine Zeit für besinnliche Momente. Kein Quäntchen Gutes auch nur in irgendeiner Figur. Jeder ist korrupt, habgierig, gewalttätig und bereit zu einem Mord. Jim Thompson lässt grüßen. Es beginnt mit einem Knall, schlingert dahin wie ein angeschossenes, tollwütiges Pferd und kracht am Ende mit lautem Getöse zusammen. Pulp und Hard-boiled auf das Wesentliche fokussiert. Lakonischer, ultraharter Ich-Erzähler, ein brutaler Mord direkt am Anfang, andauernde, unterschwellige Gewalt, jede Menge Sex, Korruption, Intrigen und Mordkomplotte.



Doom Service

Doom Service

Originaltitel: Doom Service, 1960

Blackmask

154 Seiten

Roman

Inhalt

Als der Bruder von Johnnys Mädchen Sally, ein aufstrebender Boxer, während eines Überfalls getötet wird, muss der zähe Chefportier nicht lange überlegen, um einen Mord zu wittern. Denn der tote Knabe hatte mehr Kohle als gewöhnlich in der Tasche und die stammte allem Anschein nach aus einem getürkten Kampf. Und wenn es um Boxkämpfe geht, dann laufen in der Stadt alle Fäden bei Loonie Turner zusammen. Der strotzt nicht nur vor Geld und Einfluss, sondern auch vor bewaffneten Handlangern, die Johnny vergeblich klarzumachen versuchen, dass er die Finger aus der Angelegenheit lassen soll. Genauso gut könnten sie mit einer Wand reden, nur dass die nicht alle miesen Tricks im Boxen kennt und ordentlich austeilt. Aber nicht nur Gangster und Anwälte machen Killain das Leben schwer. Da sind auch ein paar verdammt hübsche Frauen, die dem Kriegsveteranen ihre ganz eigenen Kampftricks zeigen wollen. Allerdings nicht in aller Öffentlichkeit …


Kommentar

Marlowes amoralischer Muskelprotz Johnny Killain räumt in gewohnter Weise die Stadt auf. Mit Ausdauer, Köpfchen und seinen Fäusten. Von ein paar Leichen mehr oder weniger lässt er sich nicht aus der Ruhe bringen. Geschweige denn von verführerischen Frauen, wie der Nachtclubsängerin Consuelo, oder schlecht gelaunten Bullen, wie Detective Cuneo und seinem ehemaligen Kriegskameraden Dameron. Der Mikrokosmos um das Hotel Duarte ist nach Doorway to Death und Killer With a Key angefüllt mit vertrauten Personen und jener unterschwellig einsamen Stimmung, die einen in großen Hotels packt.



Doorway to Death

Fünf müssen sterben

Originaltitel: Doorway to Death, 1959

Blackmask

172 Seiten

Roman

Inhalt

In the old days Johnny was an undercover agent. He was a specialist - no guns, no knives, all he had to do was reach you. He can give any circus strong man cards and spades, and when he gets mad, the tough guys take to the trees. He warms up on brick walls.

Der hartgesottene Johnny Killain arbeitet als Chefportier im Hotel Duarte und genießt Dank seiner alten Armeekameradschaft zum Hotelbesitzer so ein paar Freiheiten. Die beziehen sich hauptsächlich auf den Umgang mit weiblichen Gästen. Killains Freundin hat da eine entspannte Haltung zu. Für Unruhe sorgt nur der Gangster Max, der ein paar seiner Mädchen im Hotel platzieren möchte. Aber an Johnny beißt er sich die Zähne aus. Nach einer Tracht Prügel lädt der Chefportier Max und zwei seiner Schläger in einer Seitenstraße ab. Kurz darauf ist der Gangster tot - erschossen. Wie gut, dass der ermittelnde Bulle ebenfalls ein alter Kamerad ist und aus Erfahrung weiß, dass Killain den Umgang mit Schusswaffen scheut. Wie schlecht, dass Johnny sich kein bisschen kooperativ verhält und lieber auf eigene Faust im Dreck stochert. Geheimnisvolle Gäste, ein fragwürdiger Manager und neugierige Angestellte. Irgend etwas Großes ist im Gange im Duarte. Groß genug, noch ein paar zusätzliche Leichen zu produzieren.


Kommentar

Die ersten Seiten sagen es alles: PULP. Sex, Schlägereien und Mord. Festgezurrt in eine akzeptable, aber vorhersehbare Geschichte. Johnny Killain ist ein harter Serienheld, der ein bisschen nach Anti- schreit und nach vier Romanen schließlich Marlowes rücksichtlosem Verbrecher Earl Drake weichen musste.

Leider ist die englische Blackmask-Ausgabe so gut wie gar nicht lektoriert und wimmelt vor Umbruch- und Zeichenfehlern.



Das Spiel heißt Tod

Das Spiel heißt Tod

Originaltitel: The Name of the Game is Death, 1962

Bastei Lübbe

218 Seiten

Roman

Inhalt

Als die Zahlungen aus einem gemeinsamen Bankraub ausbleiben, macht sich Earl Drake auf die Suche nach seinem Partner Bunny. Er macht sich auf den Weg nach Hudson, Florida, um dabei eine blutige Spur hinter sich herzuziehen. Und gleichzeitig ist es eine Reise in seiner Vergangenheit, ein Blick zurück auf vergangene Ereignisse, die ihn zu dem unmoralischen Gangster von heute machten. Am Ziel seiner Reise gerät er an den zwielichtigen Sheriff Franklin und dessen Geliebte und von nun an heißt das Spiel wirklich Tod.


Kommentar

Mit dem namenlosen Protagonisten, der erst später als Earl Drake, der Mann ohne Gesicht, bekannt wurde, schuf Dan James Marlowe eine der eingängigsten Gangsterfiguren mit deutlichen Noir-Zügen. Seine mangelnde Moral, seine kalte Betrachtung der Ursachen seiner Handlungen und die ausgeführten Handlungen selbst ziehen sich wie ein beklemmender schwarzer Faden durch Das Spiel heißt Tod.

Die 93er-Ausgabe aus dem Verlag BasteiLübbe verfügt zudem über ein interessantes Nachwort zu Dan J. Marlowe.

Das Spiel heißt Tod
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Das Spiel heißt Tod

Deutschen Ausgaben ehemals von Bastei Lübbe, Desch und Goldmann.


Deutscher Titel Originaltitel Jahr
Fünf müssen sterben Doorway to Death 1959
Die Geliebte des Mörders Killer with a Key 1959
- Doom Service 1960
Johnny und die Rote The Fatal Frails 1960
Johnny räumt auf Shake a Crooked Town 1961
Der grosse Unbekannte Backfire 1961
Das Spiel heißt Tod (Dem Abgrund entgegen) The Name of the Game Is Death 1962
Geheime Dokumente Strongarm 1963
Den Toten gibt es nicht Never Live Twice 1964
Tod tief unten Death Deep Down 1965
Eine todsichere Sache Four for the Money 1966
Tödliche Rache The Vengeance Man 1966
Gefährliches Gold Route of the Red Gold 1967
Für Geld alles The Raven Is a Blood Red Bird 1967
Höllenbrut One Endless Hour 1969
- Operation Fireball 1969
Gejagt und geschnappt Flashpoint 1970
Wer hat die Mafia-Dokumente? Operation Breakthrough 1971
- Operation Checkmate 1972
- Operation Drumfire 1973
- Operation Overkill 1973
- Operation Stranglehold 1973
- Operation Hammerlock 1974
- Operation Whiplash 1974
- Operation Deathmaker 1975
Die endlose Stunde Operation Endless Hour 1975
- Operation Counterpunch 1976
- Guerilla Games 1982
- Janie 1983
- A Game for Fools 1984
- No Witnesses 1984
- Claire 1985
- Comeback 1985
- Game Day 1985
- Redmond's Shot 1985
- Turk 1985
- Small-Town Beat 1986
- Double the Glory 1987
- Hitter 1987
- Mudder 1987
- Sixth Man 1987
- Super Upset 1987
- The Devlin Affair 1987
- Death in Any Language 1987
- Pension Plan 1987
- Cloak and Dagger 1991
- Winners and Losers 1998
- Big-Top Tragedy 1998
- Deadly Torrent 1998
- Quake 8.1 1998

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