

Küß mich und stirb
Originaltitel: Love Me and Die, 1951
158 Seiten
Roman
Xenos
Inhalt
Privatdetektiv Johnny Slagle, ein ehemaliger Bulle, verdingt sich als Ausputzer für die großen Filmstudios in Hollywood. Wann immer einer ihrer Stars etwas verbockt, zieht Johnny es gerade. Ganz oben auf seiner Liste steht der Filmstar Steve Millet, der wegen seiner fünf kaputten Ehen und wiederholtem Fahren unter Alkoholeinfluss, immer wieder in die Schlagzeilen gerät. Mit ihm ist es etwas Persönliches, und wenn nicht das Geld der Studios wäre, hätte sich der Schauspieler schon längst eine gebrochene Nase geholt. So aber lässt sich Johnny auch um vier Uhr morgens aus dem Bett klingeln und bei sintflutartigem Regen zu Millets Luxusvilla beordern. Denn diesmal ist es wirklich ernst - Steve hat angeblich eine Frau überfahren. Nun muss Slagle zusehen, wie er den Star und seine Karriere aus dem Schlamassel zieht. Eine nicht gerade einfache Aufgabe, wenn der Klient ein Arschloch ist, ein paar Gangster mitmischen und eine alte Geliebte plötzlich neu entflammt. Und schließlich die erste Leiche auftaucht.
Kommentar
Wie es scheint, war Love Me and Die eine Kollaboration zwischen Day Keene und seinem Freund Gil Brewer. Laut James Reasoner basiert die Story auf Keenes Kurzgeschichte "Marry the Sixth for Murder" aus dem Jahr 1948.
Herausgekommen ist ein gut getakteter Detektivroman um das - wie nicht anders zu erwarten - korrupte Studiosystem und seine von Ruhm und Geld verkorksten Räder: Schauspieler, Starlets, Agenten, Studiobosse und die halbseidenen Charaktere in ihrem Umfeld. Mit Slagle wird daraus zwar kein großer Serienheld, aber er schlägt sich ausreichend gut. Vor allem aber bleibt er durch seine eigenartige Beziehung zu Steve Millet ambivalent genug, um interessant zu sein, bis sich der Plot auf den letzten Seiten auflöst und sich wieder einmal zeigt, dass Noir-Held zumeist gegen eins ankämpfen müssen: ihre eigene Vergangenheit. Ob er scheitert, oder vielleicht doch noch die Kurve kriegt, sei hier nicht verraten.
Fazit
Guter, wenn auch nicht herausragender Hollywood-Roman.


Der Teufel mit dem Papagei
Originaltitel: Home is the Sailor, 1952
203 Seiten
Roman
Hard Case Crime
Inhalt
Nach fünfzehn Jahren auf See will sich Swede Nelson vom Meer verabschieden und sesshaft werden. Mit seinen ersparten $14.000 soll es eine kleine Farm in Minnesota werden, inklusive braver Ehefrau und ein paar Kindern. Eine ruhiges Leben also, das er sich da vorstellt. Erlebt hat er genug. Aber das Rauschen der Wellen, die Weite des Ozeans, das alles kann er nicht so einfach aus seinem Blut bekommen. Da hilft nur der Rum. Unmengen davon. Der ist es auch, der ihn soweit vernebelt, dass er in einer miesen Absteige an der Küste von L.A. landet und in Notwehr einen Mann krankenhausreif schlägt. Wie schön, dass gleich ein blonder, zerbrechlicher Engel zur Stelle ist und ihn vor dem Schlimmsten bewahrt. Oder erst die Hölle auf Erden bereitet? Die atemberaubende Corliss zumindest verliebt sich ebenso heftig in Swede, wie er sich in sie. Eine spontane Hochzeit ist unausweichlich. Ein Band, nicht nur aus Liebe, sondern auch aus Mord. Denn im beschaulichen Purple Parrot-Motel warten genügend Schatten der Vergangenheit, um den sturen Nelson auf den elektrischen Stuhl zu bringen.
Kommentar
Gnadenlos guter Pulp. Schnell. Hart. Sexy.
Eine Ansammlung verlorener, getriebener, besessener Figuren, die ihr eigenes Leben kontinuierlich zerstören. Swede Nelson, der einem Traum nachjagt und mit offenen Augen in sein Verderben rennt. Corliss, die von ihren eigenen sexuellen Dämonen und ihrer dunklen Vergangenheit beherrscht wird. Zusammen sind sie urgewaltig und wild wie die sturmgepeitschte See. Und bereit, sich gegenseitig zu ertränken - in ihrer Liebe, in ihrer Gier.