

Die verdeckten Dateien
Originaltitel: The Hidden Files, 1992
DuMont Noir
430 Seiten
Roman
Inhalt:
Die verdeckten Dateien: autobiographische und literaturgeschichtliche Betrachtungen. Als Taxifahrer lernte Derek Raymond, Sohn eines Textiltycoons, Romancier in den 60ern und ehemaliger Eton-Zögling, die Unterwelt Londons kennen.
Er berichtet von seiner Kindheit, dem Krieg, seiner Zeit in Eton, seinem Leben in Frankreich und London. Und stellt dabei tiefgründige Gedanken über das Leben und den Noir-Roman an.
Kommentar:
Starker Tobak, die verdeckten Dateien. Auf den über vierhundert Seiten nimmt uns Raymond auf eine Reise in die Vergangenheit und in sein Seelenleben mit. Über seine Lebenseinstellungen und seine Beziehung zu Ich war Dora Suarez. Dabei geht er eindringlich auf die Entwicklung und Bedeutung der Noir-Literatur ein und führt seine Abrechnung gegen das britische Klassen- und Erziehungssystem. Ein ungewöhnliches Buch und damals ein sehr ungewöhnlicher Start für eine Krimi-Reihe im Hause DuMont.


Roter Nebel
Originaltitel: Not Till the Red Fog Rises, 1994
Pulp Master
292 Seiten
Roman
Inhalt:
Roter Nebel umhüllt Gust, einen müde gewordenen Schwerverbrecher, der gerade aus dem Knast entlassen wurde. Ein Nebel, der ihm das Denken raubt - rot wie Blut. Kaum hat Gust einen LKW mit druckfrischen Blanko-Pässen geraubt, wird er in eine undurchsichtige Affäre internationalen Ausmaßes verwickelt. Er wird zum Spielball skrupelloser Mächte, die er nicht kennt, die ihn aber völlig in der Hand haben. Als seine Geliebte bestialisch ermordet wird, verliert sich Gust schließlich völlig im Roten Nebel aus Wut und Verzweiflung.
Kommentar:
Roter Nebel ist kein Buch für zwischendurch. Es ist gewalttätig, verzweifelt und hoffnungslos. Ein Stück harter pulp-Literatur. Die Protagonisten bieten keine oder kaum Identifikationsmöglichkeiten für den Leser, moralische Grundsätze, Mitmenschlichkeit, sprich etwas Gutes, gibt es in Raymonds Welt nicht. Selbst die Liebe zwischen Gust und Petal ist gezeichnet von Zweifel, Elend und Perspektivlosigkeit. Es bleiben nur ein paar Erinnerungen an glückliche Tage, die Gust so schnell durch die Finger rieseln wie sein Verstand.