

A Devil for O'Shaugnessy / The Three-Way Split
Originaltitel: A Devil for O'Shaugnessy, 2008 / The Three-Way Split, 1960
288 Seiten
Roman
Stark House Press
Inhalt:
A Devil for O'Shaugnessy (2008)
Tolbert O'Shaugnessy schlägt sich als Betrüger durch. Doch bei seinen Gaunereien steht ihm eins im Weg: sein Gewissen. Denn damit kann er nun wirklich kein großes Ding durchziehen. Einzig der Alkohol hilft ihm über die Zeit. Bis … ja, bis er an die verführerische Miriam Kindott gerät. Die ist die Enkelin einer reichen, alten Dame. Wäre doch gelacht, wenn er da nicht endlich mal etwas Kohle abgreifen könnte. Doch ehe er zum Zuge kommt ist es Miriam, die ihm ein verlockendes Angebot macht: ein Teil des Erbes - wenn er dafür sorgt, dass Großmütterchen ins Gras beißt. Denn zufällig ist eine Stelle in der Kindott-Familie vakant: die des verlorenen Sohnes Joe. Und da Miriam weiß, dass eben der bereits tot ist, sollte es für Tolbert kein Problem sein, in dessen Rolle zu schlüpfen. Maßgeschneidert für einen Betrüger wie ihn. Als er sich darauf einlässt, ist sein Gewissen jedoch das kleinste seiner Probleme. Eine Leiche, ein penetranter Bulle, ein schmieriger Detektiv, eine hübsche Sekretärin, Oma Kindott und der Geist eines Verstorbenen machen ihm das Leben zur Hölle.
Kommentar:
Klingt nicht nur wie die Zutaten eines Latimer-Romans, liest sich auch ähnlich. Brewer wirft alles in einen Topf und kocht es so gut durch, dass eine kompakte Pulp-Story daraus wird. Eine Wendung jagt die nächste, während der Verlierer Tolbert immer tiefer in die Scheiße rutscht, bis es am Ende nicht nur Oma Kindotts Leben ist, das auf der Kippe steht. Und wie es sich für einen Pulp-Roman gehört, hat das Gericht kein Gramm Fett.
Dig That Crazy Corpse (1955), Love ... and Luck (1971), Indescretion (1966)
Drei Kurzgeschichten - eine Parodie auf das Hard-boiled-Genre und zwei fiese Mordgeschichten, nicht unbedingt noir, aber eine gute Ergänzung zu den beiden Kurzromanen.
The Three-Way Split (1960)
Tampa, Florida - der heruntergekommene Abenteurer Jack Holland hält sich damit über Wasser, ein paar Touristen in seinem Boot zum Angeln rauszufahren. Das verdiente Geld reicht gerade mal für Treibstoff und etwas Essen. Zudem liegt ihm seine Freundin Sally damit in den Ohren, sich einen festen Job zu beschaffen und sie zu heiraten. Doch für einen wie Jack kommt Büroarbeit nicht in Frage. Für ihn muss es das ganz große Geld sein - in Form eines Goldschatzes, den er in einem gesunkenen Wrack vermutet. Bei der Bergung soll ihm der alte Taucher Mike Wales helfen. Die beiden wollen den Gewinn teilen. Pech nur, dass wie aus dem Nichts Jacks Vater Sam auf der Bildfläche erscheint. Im Schlepptau einen Killer und jede Menge Probleme. Manche davon frisch, die anderen Altlasten, die Jacks Leben einst in einen Alptraum verwandelten. Und genau das droht sich erneut an, denn Sam drängt sich in die Jagd nach dem Goldschatz.
Kommentar:
Mischung aus Noir-Story und Abenteuergeschichte. Die schwarzen Aspekte ergeben sich vor allem aus Jacks Beziehung zu seinem Vater und den Schatten der Vergangenheit, der über ihnen liegt. Der Rest ist gute Spannungskost mit einer Prise Erotik - alles was ein Pulp-Buch braucht.


The Vengeful Virgin
Originaltitel: The Vengeful Virgin, 1958
220 Seiten
Roman
Hard Case Crime
Inhalt:
Her wealthy stepfather was dying...
But not quickly enough......
Welche bildhübsche Achtzehnjährig will schon ihr Leben damit verbringen, ihren dahinsiechenden Stiefvater zu pflegen? Shirley Angela bestimmt nicht. Nur gab es für sie keinen Ausweg aus dieser Hölle - bis sie Jack Ruxton kennen lernte.
Bald haben die beiden einen Plan, um den alten Mann aus seinem Elend zu erlösen und sich mit einem Koffer voll Geld abzusetzen. Doch $300.000 können auch einen Keil in die ungestüme Liebe schlagen. Und andere Frauen ebenfalls …
Kommentar:
Gil Brewers Roman The Vengeful Virgin läuft wie ein James M. Cain an, um dann in Richtung Jim Thompson abzudrehen. Eine harte, atmosphärische Noir-Story, die keine Wünsche offen lässt - ordentlich Sex, kaltblütiger Mord, aus dem Ruder gelaufene Pläne und eine Dosis Irrsinn. Für 1958 schon eine wilde Nummer, aber auch fünfzig Jahre später noch ein verdammt gutes Lesevergnügen.