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Jean-Bernard Pouy

Name: Jean-Bernard Pouy
Geboren: 02.01.1946
Berufe: Schriftsteller, Lehrer, Lektor, Drehbuchautor, Journalist
Pseudonyme: -

Pouy

Jean-Bernard Pouy, geboren am 2. Januar 1946 in Paris, absolvierte nach seiner Schulzeit ein Studium des Kunstgeschichte mit dem Schwerpunkt Film.
Danach folgten eine Anzahl verschiedener Tätigkeiten, so war er Lehrer, Drehbuchautor, Lektor und Journalist.
1983 erschien sein erster Krimi "Spinoza encule Hegel", eine bereits 1977 entstandene Persiflage auf Querelen innerhalb der 68er-Bewegung.
Sein Debüt in der SÉRIE NOIR bei Gallimard war 1984 "Nous avons brulée une sainte", weitere Titel folgten.
Im Vergleich zu Jean-Patrick Manchette, der seinen ersten Roman bereits im Jahre 1971 veröffentlichte und den Weg geöffnet hat für die Erneuerung des französischen Polar, gehört Pouy der zweiten Generation von Schriftstellern an, die sich diesem neuen Genre, dem Neo-Polar, widmen.
Pouys Kriminalromane widersetzen sich gerne den Kriterien der Massenliteratur - ohne den Aspekt der Unterhaltung zu vernachlässigen. Sie lassen den Leser spüren, mit welchem Vergnügen der Autor sie verfaßt hat.
Die Hauptfiguren rekrutieren sich häufig aus Alt-Linken (in Frankreich sind dies vielfach Trotzkisten oder Anarchisten wie Enrich, der Ex-Journalist, in Die Schöne von Fontenay oder Zoj, der Gitane, in Engelfänger). Er zeichnet seine Protagonisten liebevoll, ohne sie zu idealisieren, in ihren verlorenen Träumen, in ihrer Anpassung, in ihrem Versagen in einem Umfeld, wo die gesellschaftlichen Machtverhältnisse Selbstverwirklichung und Gerechtigkeit in einem umfassenden Sinne nicht zulassen.
Seine Geschichten sind gespickt mit boshaftem Humor, sie sind schnörkellos und überraschen durch ausgefallene Ideen und ungewöhnliche Motive. Zum Beispiel die "geniale Idee Jean-Bernard Pouys" (Die Zeit), seinen Krimi Larchmütz 5632 passagenweise von einer telepathischen Kuh erzählen zu lassen. Für diesen Band wurde er mit dem "Prix polar Michel Lebrun" ausgezeichnet, einem seiner zahlreichen Krimipreise, die er im Laufe seine Schaffens erhalten hat.
Ende der 90er Jahre hatte Pouy wieder eine ausgefallene Idee: er rief die Krimireihe Le Poulpe ins Leben, in der verschiedene Autoren Geschichten mit denselben Protagonisten erzählen. Er ist Herausgeber dieser Reihe.


Papas Kino

Papas Kino

DistelLiteraturVerlag
178 Seiten
Roman

Inhalt

Ein altes, rätselhaftes Filmnegativ hat Bertrand Bernats Mutter das Leben gekostet. Warum ist der Film so wichtig, dass dafür weitere Morde geschehen? Bernat gerät in ein wirres Netz, in dem sich alte Trotzkisten und Stalinisten, Cinéasten und Kriminelle tummeln. Zugleich berühren die Ereignisse auch seine eigene Vergangenheit, die ihren dunklen Höhepunkt im Freitod seiner Vaters hatte.

Kommentar

Pouy schreibt mit schönen Worten einen typisch französischen Krimi, voller seltsamer Charaktere. In nicht übermäßig spannender Weise zieht man den atmosphärischen Leidensweg des Protagonisten nach. Das Finale verblüfft nicht wirklich, dafür gibt es gegen Ende eine sehr bedrückende Noir-Szene in einem Hotelzimmer.



H4Blues

H4Blues

DistelLiteraturVerlag
212 Seiten
Roman

Inhalt

Nicolas hat in einer Woche seinen Job, sein Auto und seinen ältesten Kumpel verloren. Dieser soll an einem Herzschlag gestorben sein, was die Witwe bezweifelt. Sie bittet Nicolas, Privatermittlungen für sie aufzunehmen. Und der stößt dabei auf andere mysteriöse Todesfälle im Umkreis seiner ehemaligen Mitschüler vom berühmten Pariser Lycée Henri-IV, kurz H4.


Kommentar

Lesen. Pouy wirft eine flüssige, liebenswürdige Geschichte um den einbeinigen Nicolas auf's Papier. Angereichert mit skurrilen Figuren und noiresken Schicksalshieben, wühlt der Protagonist in seiner Vergangenheit, um mehr und mehr Unstimmigkeiten aufzudecken. Eine komplexe Verschwörung? Oder doch nur ein Hirngespinst?

Larchmütz 5632
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Die Schöne von Fontenay
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Papas Kino
Engelfänger
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Engelfänger
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H4Blues

La pêche aux anges, 1986
Le cinéma de papa (Papas Kino), 1989
La Belle de Fontenay, 1992
Larchmütz 5632, 1999
H4Blues, 2003

(nur Originaltitel)