Léo Malet

Name: Léo Malet
Geboren: 07.03.1909
Gestorben: 03.03.1996
Berufe: Schriftsteller, Poet, Chansonnier, Clochard, Angestellter, Journalist, Statist
Pseudonyme:

Malet

Malet wurde 1909 in Montpellier geboren, arbeitete in jungen Jahren als Bankangestellter und ging 1925 nach Paris.
Er war Clochard, wurde Chansonnier im Kabarett Vache Enragée, arbeitete forthin mal als Büroangestellter, Filmstatist, Journalist (u.a. für die Revue Anarchiste), Herausgeber einer Modezeitschrift oder Ghostwriter eines analphabetischen Erpressers.
Als Poet trat er von 1930 an in der Groupe Surréaliste in Erscheinung.
1942 erschien sein Roman 120, RUE DE LA GARE, der Beginn seiner Reihe um den Privatdetektiv Nestor Burma. 15 Romane davon spielen in jeweils einem der Pariser Arrondissements.
Er verstarb am 03.03.1996 im Alter von 86 Jahren.


Das Leben ist zum Kotzen

Das Leben ist zum Kotzen

Schwarze Trilogie 1

Edition Nautilus

144 Seiten

Roman

Inhalt:

Ein illusionsloser Außenseiter, der zum Gauner und Mörder wird, ist die Hauptfigur im ersten Teil der Schwarzen Trilogie. In diesem Action-Krimi zeichnet Malet das Bild eines Menschen in wilder Revolte gegen die Gesellschaft und gegen sich selbst.

Der Roman erzählt von einer Gruppe junger Rebellen, die nach dem Vorbild der Bonnot-Bande Geld für einen Bergarbeiterstreik beschafft. Als die Aktion blutig ausgeht, wird sie vom anarchistischen Komitee verurteilt, und die Gruppe macht auf eigene Rechnung weiter. In der Spirale von Illegalität und Kriminalität gefangen, bricht ihre Gemeinschaft auseinander. Neid entsteht, Einsamkeit, Verrat. Der Held hat ein Leben voller Fehlschläge und Frustrationen hinter sich und keine Perspektive vor sich. Träume und Phantasien von Liebe sind kurze Illusionen. Einziger Ausweg aus seinem Sklavenleben scheint ihm »das Böse«. Sein selbst zerstörerischer Amoklauf ist durch nichts mehr aufzuhalten.



Die Sonne scheint nicht für uns

Die Sonne scheint nicht für uns

Schwarze Trilogie 2

Edition Nautilus

128 Seiten

Roman

Inhalt:

Für schwarzen Humor und bitteren Sarkasmus gibt es nicht nur die amerikanische Tradition. Malet hat mit der »Schwarzen Trilogie« seine Meisterschaft bewiesen. Schauplätze dieses Romans über das »Paris von unten« sind die Spelunken, Quais und Elendsquartiere, deren hoffnungslose Not Malet ohne romantische Verklärung beschreibt. Das Glück existiert hier für die Herumtreiber nur als trügerische Hoffnung, auch wenn es Gina heißt und ein Entkommen aus dem Elend verspricht. Aber Gina wird an einen Araber verhökert und das Unglück nimmt seinen Lauf. Nach einem Mord ihres eifersüchtigen Geliebten stirbt Gina auf der Flucht. Andrès bestattet sie nach Indianerart auf einem Baum »zwischen zwei dicken Ästen, durch die die aufgehende Sonne sie bescheinen kann«.

Malets Sprache ist kühl und distanziert, surrealistische Elemente und bissige Dialoge machen ihre prägnante Mischung aus. Eindringlich schildert er die Düsterkeit der sozialen Situation, in der die Sonne nur für die Reichen scheint, nie aber in die finsteren Winkel vordringt. Malet, der selber jahrelang ohne festen Wohnsitz war und dafür im Gefängnis saß, kannte das Milieu der Verlierer aus eigener Anschauung.

»Wir müssen nehmen, was von den anderen übrig bleibt, diese Sonne hat schon anderswo gedient.«



Angst im Bauch

Angst im Bauch

Schwarze Trilogie 3

Edition Nautilus

160 Seiten

Roman

Inhalt:

Paulot, ein kleiner Betrüger und Trickdieb, gerät in schlechte Gesellschaft. Er wird Mitglied einer Pariser Ganovenbande, die mit der »sanften Methode«, also ohne Blutvergießen, Banküberfälle verübt; bis der von Alpträumen gequälte Paulot eines Tages bei einem Coup einen Kassierer erschießt. Eine polizeiliche und mediale Hetzjagd quer durch Frankreich wird inszeniert, in der Paulot als blutrünstiger Killer hingestellt wird.

Diesen Roman hat Malet – Vagabund, Gelegenheitsarbeiter, Zeitungsausrufer, Chansonnier und Anarchist, der in den 30er Jahren bei den Pariser Surrealisten verkehrte und mit Breton und Dalí befreundet war – Ende der 40er Jahre geschrieben. Er ist Teil der stark autobiographisch gefärbten »Schwarzen Trilogie«, in der die Helden auf der Schattenseite der Gesellschaft stehen. Es sind kleine Ganoven und Herumtreiber, denen die Verhältnisse keine Chance gelassen haben. Malet wurde mit der »Schwarzen Trilogie« zum Begründer des französischen Schwarzen Romans, der die Tradition eines Poe oder Chandler in Paris fortsetzt.


Applaus für eine Leiche
Nestor Burma ermittelt
Rowohlt Verlag
140 Seiten
Roman

Inhalt:

Als Bodyguard für den unbeliebten Schauspieler Julien Favereau versagt Nestor Burma, denn der Mann stirbt vor seinen Augen. Aber der dynamische Detektiv zögert nicht lange und macht sich daran, das Verbrechen K.O. zu schlagen. Nebenbei lernt er noch einen Reporter namens Marc Covet kennen und gründet nach Abschluss des Falls seine Agentur Fiat Lux.

Kommentar:

Burmas erster Fall. Die gesamte Handlung spielt sich nur in den Filmstudios von Boulogne-Billancourt ab. Burma ermittelt auf die gewohnte Art und nebenbei erfährt der Leser auch noch, was Burma gemacht hat, bevor er Detektiv wurde ...


Streß um Strapse
Die Geheimnisse von Paris 9. Arrondissment
Rowohlt Verlag
182 Seiten
Roman

Inhalt:

Auf Bitten des Juwelenhändlers Goldy speist Burma einmal chinesisch. Aber natürlich kommt ihm eine Leiche auf den Speiseplan. Dazu noch geheimnisvolle russische Emigranten, ein Geschäft für hinreißende Damenunterwäsche, Erpressung, ein Skelett mit nur einem Bein, ein Diamant und - wie sollte es anders sein - weitere Morde.

Kommentar:

Klassische Malet-Unterhaltung. Dazu der obligate wunderbare Nachgang und die Stadtkarte.


Wenn Tote schwarze Füße tragen
Nestor Burma ermittelt
Rowohlt Verlag
200 Seiten
Roman

Inhalt:

Nestor Burma in seiner Heimatstadt Montpellier - doch die wird langsam Großstadt. Pariser Verhältnisse? Nun, es mangelt nicht an Entführung, Verrat und Mord, dieses Mal in Zusammenhang mit den Widerstandskämpfern von Algier.

Kommentar:

Burmas Reise nach Montpellier ist auch eine Reise in Leo Malets Heimatstadt. Er beschreibt die Veränderungen des Ortes und besucht einige Plätze von Burmas und seiner eigenen Vergangenheit.


Wer einmal auf dem Friedhof liegt ...
Die Geheimnisse von Paris 17. Arrondissment
Rowohlt Verlag
202 Seiten
Roman

Inhalt:

Nestor Burma wird in den Doppelselbstmord des Ehepaares Desiris verwickelt. Dreht sich alles um die letzte Erfindung des Ingenieurs Desiris oder vielleicht doch um das Geld aus einem Verbrechen? Es tauchen desweiteren auf: ein hübscher Star, allerlei Damen des leichten Gewerbes, schmierige Photographen, eine brutale Bande Zigarettenschmuggler und natürlich diverse Leichen.

Kommentar:

Einer der besten Burma-Romane, auch wenn Nestor dieses Mal keinen Schlag auf den Hinterkopf bekommt ... oder vielleicht doch? Und ein bißchen Liebe seitens Burmas für die Hure Regine ist auch im Spiel. Am Ende des Buches gibt es wie immer den Nachgang, in dem Peter Stephan im heutigen Paris auf Spurensuche geht, sowie Stadtkarten zu den Schauplätzen.


Die Ratten im Mäuseberg
Die Geheimnisse von Paris 14. Arrondissment
Rowohlt Verlag
188 Seiten
Roman

Inhalt:

Sein alter Kriegskamerad Ferrand bittet Nestor Burma unter seltsamen Umständen um dessen Hilfe. Um eine saubere Millionen gehe es. Sauber? Kurz darauf ist Ferrand tot. Burma sticht in einen Sog aus Erpressung, Diebstahl und dunklen Vergangenheiten. Welche Rolle spielt der ehemalige Richter Gaudebert, der noch jeden Verurteilten einen Kopf kürzer machen ließ? Welche die nymphomane Frau des Malers Courtenay? Und welche der tote Doppelmörder Castellenot? Aber kein Zweifel, Nestor Burma schlägt das Geheimnis K.O. - wie gewohnt.

Kommentar:

Malet malt wieder einmal ein Pariser Arrondissment, füllt es mit Leben und jenem wohligen französischen Zauber. Die Geschichte ist nicht übermäßig spannend, aber der einmalige Charme des Nestor Burma reißt einen mit. Zudem verrät uns Malet durch seinen Helden wieder eine wichtige Lebensweisheit: "Die Poesie ist 'ne prima Sache, aber davon kann man nicht leben. Man muss sich auch hin und wieder mit ernsthaften Dingen beschäftigen."


Die Nächte von St. Germain
Die Geheimnisse von Paris 6. Arrondissment
Rowohlt Verlag
190 Seiten
Roman

Inhalt:

Die Leiche des farbigen Gangsters Mac Gee kommt Nestor Burma reichlich ungelegen. Denn der Tote besaß wohlmöglich wertvollen Schmuck, der kürzlich einer Gräfin gestohlen worden war. Burma versucht die Klunker für die Versicherung wiederzubeschaffen. Kein leichtes Unterfangen im hochsommerlichen Paris, unter Ganoven, Mördern und Existentialisten.

Kommentar:

Einer der schwächeren Burmas. Die Story ist etwas verworren und weiß nicht zu packen, die Charaktere wirken wenig überzeugend und selbst Nestor ist sarkastischer als sonst. Liegt vielleicht an der drückenden Hitze, aber die scharfe Zunge des Detektivs ist etwas zu schneidend, gerade seine Tour durch das Lager des existentialistischen Nachtschwärmer.

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Der letzte Zug von Austerlitz
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Deutscher Titel Originaltitel Jahr
Hundertzwanzig, rue de la Gare 120, Rue de la Gare (Cent vingt, rue de la Gare) 1943
Im Schatten der großen Mauer L´Ombre du grand mur 1944
Nestor Burma in der Klemme Nestor Burma contre C.Q.F.D. 1945
Blüten, Koks und blaues Blut L'homme au sang bleu 1945
Tödliche Pralinen Nestor Burma et le Monstre 1946
Das fünfte Verfahren Le Cinquième Procédé 1947
- Coliques de Plomb 1948
Der letzte Zug von Austerlitz Le dernier train d'Austerlitz 1948
Das Leben ist zum Kotzen La vie est dégueulasse 1948
Die Sonne scheint nicht für uns Le soleil n'est pas pour nous 1949
Angst im Bauch Sueur aux tripes 1949
Applaus für eine Leiche Gros plan du macchabée 1949
Ein Toter hat kein Konto Le paletots sans manches 1949
Bilder bluten nicht Le soleil nait derriere le Louvre (1. Arrondissement) 1954
Die Ratten im Mäuseberg Les rats de Montsouris (14. Arrondissement) 1955
Stoff für viele Leichen Des kilometres de Linceuls (2. Arrondissement) 1955
Marais Fieber Fièvre au Marais (3. Arrondissement) 1955
Die Nächte von St. Germain La nuit de Saint-Germain-des-Prés (6. Arrondissement) 1955
Corrida auf den Champs-Élysées Corrida aux Champs-Elysees (8. Arrondissement) 1956
Wie steht mir Tod? M'as-tu vu en cadavre? (10. Arrondissement) 1956
Die Brücke im Nebel Brouillard au point de tolbiac (13. Arrondissement) 1956
Das stille Gold der alten Dame Pas de bavards à la Muette (16. Arrondissement) 1956
Makabre Machenschaften am Boul' Mich' (Bambule am Boul Mich) Micmac moche au Boul' Mich' (5. Arrondissement) 1957
Stress um Strapse Boulevard... ossements (9. Arrondissement) 1957
Kein Ticket für den Tod Casse-Pipe a la Nation (12. Arrondissement) 1957
Ein Clochard mit schlechten Karten Les eaux troubles de Javel (15. Arrondissement) 1957
Spur ins Ghetto Du Rebecca rue des Rosiers (4. Arrondissement) 1958
Wer einmal auf dem Friedhof liegt... L'envahissant cadavre de la plaine Monceau 1959
Bei Rotlicht Mord Nestor Burma en direct 1962
Wenn Tote schwarze Füße tragen Nestor Burma revient au bercai 1967
Im Schatten von Montmatre Les neiges de Montmartre 1968
Der parfümierte Todeshauch Un croque-mort nommé Nestor 1969
Tote reden kurze Sätze Nestor Burma dans l’ile 1971
Blutbad in Boulogne Nestor Burma court la poupée 1971