

Das Leben ist zum Kotzen
Schwarze Trilogie 1
Edition Nautilus
144 Seiten
Roman
Inhalt
Ein illusionsloser Außenseiter, der zum Gauner und Mörder wird, ist die Hauptfigur im ersten Teil der Schwarzen Trilogie. In diesem Action-Krimi zeichnet Malet das Bild eines Menschen in wilder Revolte gegen die Gesellschaft und gegen sich selbst.
Der Roman erzählt von einer Gruppe junger Rebellen, die nach dem Vorbild der Bonnot-Bande Geld für einen Bergarbeiterstreik beschafft. Als die Aktion blutig ausgeht, wird sie vom anarchistischen Komitee verurteilt, und die Gruppe macht auf eigene Rechnung weiter. In der Spirale von Illegalität und Kriminalität gefangen, bricht ihre Gemeinschaft auseinander. Neid entsteht, Einsamkeit, Verrat. Der Held hat ein Leben voller Fehlschläge und Frustrationen hinter sich und keine Perspektive vor sich. Träume und Phantasien von Liebe sind kurze Illusionen. Einziger Ausweg aus seinem Sklavenleben scheint ihm »das Böse«. Sein selbst zerstörerischer Amoklauf ist durch nichts mehr aufzuhalten.


Die Sonne scheint nicht für uns
Schwarze Trilogie 2
Edition Nautilus
128 Seiten
Roman
Inhalt
Für schwarzen Humor und bitteren Sarkasmus gibt es nicht nur die amerikanische Tradition. Malet hat mit der »Schwarzen Trilogie« seine Meisterschaft bewiesen. Schauplätze dieses Romans über das »Paris von unten« sind die Spelunken, Quais und Elendsquartiere, deren hoffnungslose Not Malet ohne romantische Verklärung beschreibt. Das Glück existiert hier für die Herumtreiber nur als trügerische Hoffnung, auch wenn es Gina heißt und ein Entkommen aus dem Elend verspricht. Aber Gina wird an einen Araber verhökert und das Unglück nimmt seinen Lauf. Nach einem Mord ihres eifersüchtigen Geliebten stirbt Gina auf der Flucht. Andrès bestattet sie nach Indianerart auf einem Baum »zwischen zwei dicken Ästen, durch die die aufgehende Sonne sie bescheinen kann«.
Malets Sprache ist kühl und distanziert, surrealistische Elemente und bissige Dialoge machen ihre prägnante Mischung aus. Eindringlich schildert er die Düsterkeit der sozialen Situation, in der die Sonne nur für die Reichen scheint, nie aber in die finsteren Winkel vordringt. Malet, der selber jahrelang ohne festen Wohnsitz war und dafür im Gefängnis saß, kannte das Milieu der Verlierer aus eigener Anschauung.
»Wir müssen nehmen, was von den anderen übrig bleibt, diese Sonne hat schon anderswo gedient.«


Angst im Bauch
Schwarze Trilogie 3
Edition Nautilus
160 Seiten
Roman
Inhalt
Paulot, ein kleiner Betrüger und Trickdieb, gerät in schlechte Gesellschaft. Er wird Mitglied einer Pariser Ganovenbande, die mit der »sanften Methode«, also ohne Blutvergießen, Banküberfälle verübt; bis der von Alpträumen gequälte Paulot eines Tages bei einem Coup einen Kassierer erschießt. Eine polizeiliche und mediale Hetzjagd quer durch Frankreich wird inszeniert, in der Paulot als blutrünstiger Killer hingestellt wird.
Diesen Roman hat Malet – Vagabund, Gelegenheitsarbeiter, Zeitungsausrufer, Chansonnier und Anarchist, der in den 30er Jahren bei den Pariser Surrealisten verkehrte und mit Breton und Dalí befreundet war – Ende der 40er Jahre geschrieben. Er ist Teil der stark autobiographisch gefärbten »Schwarzen Trilogie«, in der die Helden auf der Schattenseite der Gesellschaft stehen. Es sind kleine Ganoven und Herumtreiber, denen die Verhältnisse keine Chance gelassen haben. Malet wurde mit der »Schwarzen Trilogie« zum Begründer des französischen Schwarzen Romans, der die Tradition eines Poe oder Chandler in Paris fortsetzt.
Applaus für eine Leiche
Nestor Burma ermittelt
Rowohlt Verlag
140 Seiten
Roman
Inhalt
Als Bodyguard für den unbeliebten Schauspieler Julien Favereau versagt Nestor Burma, denn der Mann stirbt vor seinen Augen. Aber der dynamische Detektiv zögert nicht lange und macht sich daran, das Verbrechen K.O. zu schlagen. Nebenbei lernt er noch einen Reporter namens Marc Covet kennen und gründet nach Abschluss des Falls seine Agentur Fiat Lux.
Kommentar
Burmas erster Fall. Die gesamte Handlung spielt sich nur in den Filmstudios von Boulogne-Billancourt ab. Burma ermittelt auf die gewohnte Art und nebenbei erfährt der Leser auch noch, was Burma gemacht hat, bevor er Detektiv wurde ...
Streß um Strapse
Die Geheimnisse von Paris 9. Arrondissment
Rowohlt Verlag
182 Seiten
Roman
Inhalt
Auf Bitten des Juwelenhändlers Goldy speist Burma einmal chinesisch. Aber natürlich kommt ihm eine Leiche auf den Speiseplan. Dazu noch geheimnisvolle russische Emigranten, ein Geschäft für hinreißende Damenunterwäsche, Erpressung, ein Skelett mit nur einem Bein, ein Diamant und - wie sollte es anders sein - weitere Morde.
Kommentar
Klassische Malet-Unterhaltung. Dazu der obligate wunderbare Nachgang und die Stadtkarte.
Wenn Tote schwarze Füße tragen
Nestor Burma ermittelt
Rowohlt Verlag
200 Seiten
Roman
Inhalt
Nestor Burma in seiner Heimatstadt Montpellier - doch die wird langsam Großstadt. Pariser Verhältnisse? Nun, es mangelt nicht an Entführung, Verrat und Mord, dieses Mal in Zusammenhang mit den Widerstandskämpfern von Algier.
Kommentar
Burmas Reise nach Montpellier ist auch eine Reise in Leo Malets Heimatstadt. Er beschreibt die Veränderungen des Ortes und besucht einige Plätze von Burmas und seiner eigenen Vergangenheit.
Wer einmal auf dem Friedhof liegt ...
Die Geheimnisse von Paris 17. Arrondissment
Rowohlt Verlag
202 Seiten
Roman
Inhalt
Nestor Burma wird in den Doppelselbstmord des Ehepaares Desiris verwickelt. Dreht sich alles um die letzte Erfindung des Ingenieurs Desiris oder vielleicht doch um das Geld aus einem Verbrechen? Es tauchen desweiteren auf: ein hübscher Star, allerlei Damen des leichten Gewerbes, schmierige Photographen, eine brutale Bande Zigarettenschmuggler und natürlich diverse Leichen.
Kommentar
Einer der besten Burma-Romane, auch wenn Nestor dieses Mal keinen Schlag auf den Hinterkopf bekommt ... oder vielleicht doch? Und ein bißchen Liebe seitens Burmas für die Hure Regine ist auch im Spiel. Am Ende des Buches gibt es wie immer den Nachgang, in dem Peter Stephan im heutigen Paris auf Spurensuche geht, sowie Stadtkarten zu den Schauplätzen.
Die Ratten im Mäuseberg
Die Geheimnisse von Paris 14. Arrondissment
Rowohlt Verlag
188 Seiten
Roman
Inhalt
Sein alter Kriegskamerad Ferrand bittet Nestor Burma unter seltsamen Umständen um dessen Hilfe. Um eine saubere Millionen gehe es. Sauber? Kurz darauf ist Ferrand tot. Burma sticht in einen Sog aus Erpressung, Diebstahl und dunklen Vergangenheiten. Welche Rolle spielt der ehemalige Richter Gaudebert, der noch jeden Verurteilten einen Kopf kürzer machen ließ? Welche die nymphomane Frau des Malers Courtenay? Und welche der tote Doppelmörder Castellenot? Aber kein Zweifel, Nestor Burma schlägt das Geheimnis K.O. - wie gewohnt.
Kommentar
Malet malt wieder einmal ein Pariser Arrondissment, füllt es mit Leben und jenem wohligen französischen Zauber. Die Geschichte ist nicht übermäßig spannend, aber der einmalige Charme des Nestor Burma reißt einen mit. Zudem verrät uns Malet durch seinen Helden wieder eine wichtige Lebensweisheit: "Die Poesie ist 'ne prima Sache, aber davon kann man nicht leben. Man muss sich auch hin und wieder mit ernsthaften Dingen beschäftigen."
Die Nächte von St. Germain
Die Geheimnisse von Paris 6. Arrondissment
Rowohlt Verlag
190 Seiten
Roman
Inhalt
Die Leiche des farbigen Gangsters Mac Gee kommt Nestor Burma reichlich ungelegen. Denn der Tote besaß wohlmöglich wertvollen Schmuck, der kürzlich einer Gräfin gestohlen worden war. Burma versucht die Klunker für die Versicherung wiederzubeschaffen. Kein leichtes Unterfangen im hochsommerlichen Paris, unter Ganoven, Mördern und Existentialisten.
Kommentar
Einer der schwächeren Burmas. Die Story ist etwas verworren und weiß nicht zu packen, die Charaktere wirken wenig überzeugend und selbst Nestor ist sarkastischer als sonst. Liegt vielleicht an der drückenden Hitze, aber die scharfe Zunge des Detektivs ist etwas zu schneidend, gerade seine Tour durch das Lager des existentialistischen Nachtschwärmer.