Darwyn Cooke

Darwyn Cooke & Richard Stark

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Parker

Parker

Originaltitel: The Hunter, 2010

Comic

Inhalt

Was immer du tust - tu es richtig. Eine Weisheit, die der Kriminelle Resnick hätte berücksichtigen sollen, als er seinen Partner Parker hinterging und tot geglaubt zurückließ. Doch einen wie Parker bringt man nicht einfach unter die Erde. Einen wie Parker wird man auch nicht wieder los. Einen wie Parker fürchtet man fortan. Parker ist zurück. Er will seinen Anteil. Er will Rache. Keiner darf ihm dabei im Weg stehen. Nicht sein Ex-Partner, nicht seine Ex-Frau. Nicht ein ganzes Verbrechersyndikat. Denn nichts kann Parker aufzuhalten.


Kommentar

Muss über Richard Starks Parker auf diesen Seiten noch irgendwas gesagt werden? Oder über Boormans Verfilmung Point Blank? Nein. Parker sollte bekannt sein. Noir-Pflicht.


Dann lasst uns über Darwyn Cookes Comicadaption des Romans (aus dem Jahr 1962) sprechen. Ein ambitioniertes Projekt, nah an der Vorlage. Entstanden in enger Abstimmung mit Westlake. Der gab auch den Namen Parker frei - da die Comicadaption als Serie angelegt war (nicht Einzelprojekte wie die diversen Verfilmungen). Gute Voraussetzungen also. Cooke, Gewinner von Eisner Awards, der mit Brubaker zusammen die Animationsserie Catwoman erschuf, wählte für seine Vision des Antihelden ein sehr reduzierte Darstellung aus harten Strichen. Genau richtig, um die Kanten und die Gradlinigkeit seines Protagonisten auf Papier zu bannen. Das hat einen Anflug von "retro" - wie Mad Men, ohne die Zeichnungen verstaubt wirken zu lassen. Die beherrschenden Farben sind blau, weiß und schwarz (im späteren The Score dann orange statt blau), eine Kombination, die Parkers Kälte ausgezeichnet widerspiegelt. Wie auch in den Romanen passiert kaum etwas "innerhalb" der Hauptfigur. Kein innerer Dialog, keine Zweifel. Parker weiß genau, was er zu tun hat. Er plant. Wenn er doch improvisieren muss, weil etwas schief geht, dann reagiert er mit der gleichen Determiniertheit. Nur manchmal holt ihn die Vergangenheit ein. Nur manchmal hat er Angst. Szenen, die Cooke gekonnt in Szene setzt. Genauso wie die Gewalttätigkeit, die Parker begleitet. Sie ist da, lauert in jedem Bild, bricht manchmal aus, wobei Cooke ihr nicht zu viel Platz einräumt. Es darf ruhig was im Kopf des Lesers passieren. Zum Beispiel, wenn Parker sich seiner Ehefrau entledigen muss.


Die Adaption macht alles richtig - sie verdreht die Geschichte nicht zu einem Actionreißer, sie lässt der Story Zeit, lässt die Bilder wirken. Sie visualisiert Parker, seinen Charakter, seine Methode.


Mit Parker liegt der erste Band der Reihe in deutscher Sprache vor. Im Englischen sind bereits weitere Teile erschienen - The Outfit, The Man With The Getaway-Face als gekürzte Zwischenstory und The Score. Die ersten drei in der phantastischen Martini Edition mit Hintergrundinformationen und zusätzlichem Artwork.


Fazit

Pflicht.


Links

Cooke & Brubaker im Interview zu The Hunter

Cooke im Interview zu The Outfit

Cooke im Interview zu The Score