Bewertung

Story

80 %

Spannung

70 %

Atmosphäre

80 %

Gewaltdarstellung

50 %


Filmdaten

A Scanner Darkly (2006)

Deutscher Titel: Der dunkle Schirm

Alternative Titel & Arbeitstitel: -

Studio: Warner Independent Pictures

Regisseur: Richard Linklater

Darsteller: Keanu Reeves, Robert Downey Jr., Winona Ryder

Drehbuch: Richard Linklater

Musik: Graham Reynolds

Basierend auf: Phillip K. Dicks A Scanner Darkly


Rezension
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A Scanner Darkly

Inhalt

Die nahe Zukunft in einem dystopischen Amerika. Die Droge Substance D überschwemmt das von Überwachung und Polizeiwillkür gezeichnete Land. Der Drogenfahnder Fred (Keanu Reeves) arbeitet undercover in der Drogenszene. Als Bob Actor lebt er mit ein paar durchgeknallten Junkies in einem heruntergekommen Vorstadthaus. Da sind seine Freundin Donna (Winona Ryder), der paranoide James (Robert Downey Jr.) und der überdrehte Ernie (Woody Harrelson), die nichts von seiner wahren Identität wissen. Selbst auf der Polizeiwache verschleiert ihn ein Jedermanns-Anzug, der unablässig das Aussehen des Trägers verändert. Als Fred deswegen von seiner eigenen Behörde auf sein Alter Ego Bob Arctor angesetzt wird, den man als Kopf eines Drogenrings vermutet, stellen sich bei ihm mehr und mehr Anzeichnen einer gespaltenen Persönlichkeit ein. Paranoia, dauernde (Selbst-)Überwachung und Substance D, von der er mittlerweile abhängig geworden ist, drohen seine Existenz zu zerstören. Dabei ist Fred/Bob nur ein Spielstein in einem weitaus größeren Plan.


Kommentar

Richard Linklater adaptierte Philip K. Dicks gleichnamigen Drogenroman im Rotoskop-Verfahren, will heißen: der real gedrehte Film wurde am Computer nachgezeichnet. Das ergab einen eigenwilligen Trip ins Seelenleben des Protagonisten (gut gespielt von Keanu Reeves). Farben und Formen passen sehr gut zum Drogenthema, verlangen dem Betrachter jedoch einiges ab. Zusammen mit der restlichen Besetzung ergibt sich ein stimmiger Film, der jedoch kaum Tempo aufweist. Action sucht man vergeblich und auch die Spannung will sich nur unterschwellig einstellen. Es ist vor allem der beklemmende Blick auf die Drogenkultur und jenes dystopische Amerika, das in Anbetracht von Dauerüberwachung und Terrorwahn gar nicht allzu fern zu sein scheint. Drogen im Trinkwasser, Rundum-Überwachung, Sicherheitsverwahrung für Kritiker - mit einem kleinen Spritzer Paranoia kann man das in ein paar Jahren durchaus sehen …

Übrigens erinnert Trent Reznors mediales Meisterwerk Year Zero - Amerika im Jahre Null - in etlichen Zügen frappierend Dicks Zukunftsvision.