Bewertung

Story

80 %

Spannung

80 %

Atmosphäre

80 %

Gewaltdarstellung

65 %


Filmdaten

Double Indemnity (1944)

Deutscher Titel: Frau ohne Gewissen

Alternative Titel & Arbeitstitel: -

Studio: Paramount

Regisseur: Billy Wilder

Darsteller: Fred MacMurray, Barbara Stanwyck, Edward G. Robinson

Drehbuch: Raymond Chandler & Billy Wilder

Musik: Miklós Rózsa, César Franck

Basierend auf: James M. Cains Doppelte Abfindung


Rezension
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Frau ohne Gewissen

Inhalt

From the Moment they met it was Murder!

Als Versicherungsagent Walter Neff (Fred MacMurray) bei einem Kundenbesuch auf die verführerische Phyllis Dietrichson (Barbara Stanwyck) trifft, wird er Teil ihres Plans, ihren Ehemann umzubringen, um an die Versicherungssumme zu kommen. Und zwar eine doppelte Abfindung, wenn Dietrichson bei einem Zugunfall ums Leben kommt. Alles scheint perfekt, bis Neffs Kollege Keyes (Edward G. Robinson) misstrauisch wird ...


Kommentar

How could I have known that murder could sometimes smell like honeysuckle?

Die Filmrechte an Double Indemnity lagen lange in der Schublade der Studios, da man annahm, die Story nicht durch die Zensur zu bekommen. Doch Billy Wilder und Raymond Chandler, der eine tiefe Abneigung gegen den Autor James M. Cain empfand, setzten die Geschichte so gekonnt um, dass das Breen Office nur kleine Dinge bemängelte. Unter anderem die Grausamkeit der ursprünglichen Endsequenz, in der Walter Neff in die Gaskammer geführt wird. Diese Szene fiel dann auch der Schere zum Opfer. Zudem bügelten Chandler und Wilder etliche Schwächen und Unebenheiten der Romanvorlage aus. So entschärften sie die Figur der Phyllis Dietrichson, die ursprünglich eine psychopathische Mörderin war, und setzten die Off-Erzählung des sterbenden Neff als Rahmen für den Film. Die Zusammenarbeit der beiden Männer mag zuweilen schwierig gewesen sein, auf der einen Seite Wilder mit seinen Frauengeschichten, auf der anderen der Einzelgänger Chandler, mit einer älteren Frau verheiratet, zerfressen von seinem Hass auf die Hollywood-Maschinerie. Dennoch mündete die Kollaboration in einem der besten Scripte der 40er Jahre, das Chandler eine Oscar-Nominierung einbrachte. Cain selbst gestand später ein, dass sein Roman in aller Eile verfasst worden war und er einige der Adaptionen von Chandler und Wilder gerne selbst erdacht hätte.


I killed him for money and for a woman. I didn't get the money... and I didn't get the woman.

Auch die Besetzung war brillant gewählt: Barbara Stanwyck als kaltherzige Noir-Lady (nur ihre blonde Perücke war eine Fehlbesetzung), Edward G. Robinson als gewiefter Sachbearbeiter und Freund von Walter Neff, der - nachdem George Raft abgesagt hatte (er wollte die Rolle nur spielen, wenn Neff sich als Undercover-Mann vom FBI entpuppte) und Dick Powell bereits in einem anderen Vertrag hing, von Fred MacMurray angenommen wurde, der für gewöhnlich in Komödien spielte. Der todgeweihte Mr. Dietrichson (Tom Powers) arbeitet im Film als Geschäftsführer einer Ölgesellschaft, ganz wie es Raymond Chandler vor seiner Karriere als Schriftsteller getan hat.

Weitere illustere Namen in der Filmcrew waren natürlich Miklós Rózsa mit seinem Score und Kostümdesignerin Edith Head, die später auch die Kostüme für Wilders Sunset Boulevard (1950) und Ace in the Hole (1951) entwerfen sollte.


Twin Peaks

Wieder eine kurze Referenz der Twin Peaks-Erfinder an eines ihrer Vorbilder: In der Mystery-Serie offenbart der Versicherungsmann Neff seiner Klientin Catherine Martell, dass Josie Packard und Benjamine Horne eine Lebensversicherung auf sie abgeschlossen haben. Walter Neff und Phyllis Dietrichson sind mit dem Trick bereits gescheitert, ob es dem Gespann Packard-Horne besser ergeht?


Lady in the Dark - on Double Indemnity

von Richard Armstrong, The Film Journal, 1(1), May-June 2002