Bewertung

Story

75 %

Spannung

75 %

Atmosphäre

80 %

Gewaltdarstellung

60 %


Filmdaten

Fallen Angel (1946)

Deutscher Titel: Mord in der Hochzeitsnacht

Alternative Titel & Arbeitstitel: -

Studio: 20th Century-Fox

Regisseur: Otto Preminger

Darsteller: Alice Fay, Dana Andrews, Linda Darnell

Drehbuch: Harry Kleiner

Musik: David Raskin

Basierend auf: Marty Hollands Fallen Angel


Rezension
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Fallen Angel

Inhalt

Als der PR-Mann Eric Stanton (Dana Andrews) in einem verschlafenen kalifornischen Küstenstädtchen hängen bleibt, trifft ihn die Begegnung mit der hübschen Serviererin Stella (Linda Darnell) wie ein Blitzschlag. Die verführerische Schöne verdreht dabei nicht nur ihm, sondern dem halben Städtchen den Kopf und nimmt es mit den Männern nicht so genau. Das treibt Eric zur Weißglut und er verspricht Stella die Ehe - nur will diese keinen mittellosen Loser an ihrer Seite. Also legt sich der Abgewiesene einen perfiden Plan zu: Er heiratet die reiche, zurückgezogen lebende June (Alice Faye), um an die Hälfte ihres Vermögens zu gelangen. Doch als ein Mord geschieht, hat Eric plötzlich ganz andere Sorgen, als die Kohle und muss zusehen, dass er den Kopf aus der Schlinge zieht.


Kommentar

Die moralische Ambivalenz der Protagonisten ist der die Quintessenz von Fallen Angel - der Film ist nicht noir im klassischen Sinne, sondern grau. Sie werden getrieben von ihren Ängsten und Träumen, stolpern dabei immer wieder über ihre eigenen Zweifel und Hoffnungen. Die Figur des Eric Stanton ist zum einen so besessen von seiner Liebe zu Stella, dass er eine Frau heiratet, die er nicht liebt, um an das große Geld zu kommen. Aber gleichzeitig befallen in Skrupel, die seinen Plan ins Wanken bringen. Stella driftet von Mann zu Mann, manipuliert sie, um zu bekommen, was sie will - Geld und ein Heim - lässt aber niemanden an sich heran und hat am ende gar nichts mehr. Selbst June, die eine scheinbar heile Welt symbolisiert, steht in ihrer Loyalität und Liebe zu Eric eigentlich zwischen den Stühlen.

Unterstützt wird dieser Eindruck von Joseph La Shelles Kameraarbeit mit häufigem Wechsel der Blickwinkel, um zu vermitteln, dass kein Standpunkt eines Protagonisten dem eines anderen überlegen ist.

Noch zu erwähnen wäre, dass die Romanvorlage aus der Feder einer Frau stammte, Mary Holland, die unter dem Pseudonym Marty Holland eine Handvoll Pulps schrieb, um dann nach 1949 von der Bildfläche zu verschwinden.


Außerdem: Linda Darnell hat einen der essentiellen Auftritte des Film noir. Und ist verdammt verführerisch.