Story
80 %
Spannung
70 %
Atmosphäre
90 %
Gewaltdarstellung
70 %
Gun Crazy (1950)
Deutscher Titel: Gefährliche Leidenschaft
Alternative Titel & Arbeitstitel: Deadly is the Female
Studio: United Artists
Regisseur: Joseph H. Lewis
Darsteller: Peggy Cummins, John Dall, Berry Kroeger
Drehbuch: MacKinlay Kantor und Millard Kaufman
Musik: Victor Young
Basierend auf: -
Inhalt
Thrill Crazy ...
Kill Crazy ...
Gun Crazy ...
Der ehemalige Soldat und Scharfschütze Bart Tare (John Dall) kehrt nach seiner Entlassung in sein Heimatstädtchen zurück. Eher orientierungslos, was seine unmittelbare Zukunft angeht, begegnet er auf dem Jahrmarkt der hübschen Annie Laurie Starr (Peggy Cummins) - einer Kunstschützin. In einem mit unterschwelligem Sex angefüllten Schießwettbewerb erkennen die beiden, dass sie für einander geschaffen sind und stürzen sich ins Leben. Doch Annies Ansprüche lassen das Ersparte schnell zusammenschrumpfen und mit gewöhnlicher, langweiliger Arbeit lässt sie sich nicht abspeisen. Also verlegt sich das Paar auf Überfälle, bis ihnen das Pflaster zu heiß wird und sie einen letzten, großen Coup planen ...
Kommentar
Joseph H. Lewis fatalistische Bankräuberromanze um Bart Tare und Annie Laurie Starr ist einer der hochgerühmten essentiellen Film noirs der klassischen Periode. Zurecht. Ein Vorläufer zum bekannteren Bonnie & Clyde, liefert Gun Crazy Noir-Kost vom Feinsten. Die Geschichte beginnt mit Rückblenden in die Vergangenheit des Scharfschützen Bart Tare und offenbart ihn sofort als zwiespältigen Protagonisten - einen Waffennarr, der unfähig ist zu töten. Ein Grundthema, das sich durch den ganzen Film zieht und im Finale zu seiner einzigen Tötung kulminiert. Ihm zur Seite die Kunstschützin Annie, schön und gefährlich - einen dunklen Fleck in der Vergangenheit und mit einem Hang zur Gewalttätigkeit. Die beiden finden zusammen "wie Waffen und Munition", schließlich sexuell und seelisch unfähig sich von einander zu lösen, ihre Beziehung aufgeputscht von Waffen und Überfällen. Annie fixiert auf "Action" und Geld für die unerreichbaren Träume, Bart in Zweifeln, mit Erinnerungen an andere Tage, voller Skrupel, die er für seine zwei großen Lieben aufgibt.
Begleitet wird ihre Tour de Force von einer intimen Kamera, die unablässig heranzoomt, Gesichter in Nahaufnahme einfängt, sich von unten herauf nähert - Unruhe und Angst verbreitet. In unterschwelligen Bildern die sexuellen Spannungen zwischen Annie und Bart aufnimmt, ihren Waffenfetischismus.
Ein (Noir-)Meisterwerk - Gun Crazy muss man gesehen haben.
Special Section on Lewis comprising:
Martin, Adrian - ‘Violently Happy: Gun Crazy’
Thompson, Rick J - ‘Joseph H. Lewis’
Routt, William D. - ‘Better Than Good – A Tribute to Joseph H. Lewis’
Senses of Cinema, 10, Nov 2000
Scan Zeitungsartikel, Andrew, Geoff, Time Out, 8 Oct 1986
First is First and Second is Nobody: Hoodlums and Heroines in Joseph H. Lewis’ The Big Combo
Capp, Rose - Senses of Cinema, 25, Mar-Apr 2003
Special section on Lewis: Three articles, an interview and filmography
Robert Mudy, Paul Schrader, Richard Thompson & Peter Bogdanovich - Cinema, 5(1), Fall 1971
Grost, Michael E. - Classic Film and Television website
Tracey, Grant - Images, 2, Dec 1996
"They're young, foolish, doomed - and point blank in Gun Crazy's unforgiving sights."



