Bewertung

Story

80 %

Spannung

70 %

Atmosphäre

80 %

Gewaltdarstellung

50 %


Filmdaten

House of Bamboo (1955)

Deutscher Titel: Tokio-Story

Alternative Titel & Arbeitstitel: -

Studio: 20th Century-Fox

Regisseur: Samuel Fuller

Darsteller: Robert Ryan, Robert Stack, Shirley Yamaguchi

Drehbuch: Harry Kleiner, Samuel Fuller

Musik: Leigh Harline, Jack Brooks

Basierend auf: -


Rezension
Bestellen bei amazon.de
House of Bamboo

Inhalt

Im Tokio der Nachkriegszeit wird ein Munitionszug überfallen. Die Räuber töten einen amerikanischen Soldaten und entkommen. Bald darauf wird bei einem weiteren Überfall einer der Täter lebensgefährlich verletzt. Die Kugeln in seinem Bauch stammen aus der gleichen Pistole, die beim Mord an dem Soldaten benutzt wurde. Der Tote war ein ehemaliger GI, dessen Freund Eddie Kenner (Robert Stack) in der Hoffnung auf große Geschäfte nun ebenfalls in Japan aufschlägt. Doch so ohne Kontakte will sich kein schnelles Geld einstellen. Also versucht sich Eddie im Alleingang in Sachen Schutzgelderpressung. Und damit gerät er an Sandy Dawson (Robert Ryan), den glatten, kalten Anführer einer Verbecherbande.

Die Gangster sind straff organisiert und skrupellos. Kenner bleibt nichts anderes übrig, als zu verschwinden oder bei ihnen mitzumachen.

Was niemand ahnt: Eddie arbeitet in Wahrheit für die Militärpolizei. Neben der Mühe, sein eigenes Geheimnis zu bewahren, bereitet ihm die Witwe des toten Gangsters (Shirley Yamaguchi) mehr und mehr Kopfzerbrechen.


Kommentar

Loses Remake von Street with No Name (1948) unter der Regie von keinem Geringeren als Samuel Fuller. Einer der ersten Unterhaltungsfilme, die in Japan gedreht wurden und eine der wenigen Noirs in Farbe. Wer allerdings einen typischen Fuller erwartet, wird enttäuscht. House of Bamboo musste vermutlich zu viele Konzessionen an Hollywood machen. Die japanische Farbenpracht nimmt zu oft das Bild ein, die Figur der Witwe Mariko wirkt hinzukonstruiert. Und dann noch ein Happy End … Robert Ryan spielt den hartgesottenen Gangsterboss gewohnt gut, sein Gegenpart Robert Stack verliert merklich an Fahrt im Verlauf der zerstückelten Story. Ganz zu schweigen vom langatmigen Finale, in dem reihenweise Polizisten unter Dawsons unerschöpflichem Kugelhagel fallen. Und doch blitzt Fuller ein paar Mal durch. Die Soldatenleiche vor dem Fujisan, Kenners improvisierter Umgang mit der unwissenden Witwe, die Hinrichtung des Gangsterleutnants und schließlich der tote Verbrecherboss auf der rotierenden Weltkugel.

Kleine Teile des Farbfilmmaterials aus den Dreharbeiten zu House of Bamboo sollte Fuller in seinem Schwarzweißmeisterwerk Shock Corridor verwenden.