Bewertung

Story

75 %

Spannung

70 %

Atmosphäre

80 %

Gewaltdarstellung

55 %


Filmdaten

Lady in the Lake (1947)

Deutscher Titel: Die Dame im See

Alternative Titel & Arbeitstitel: -

Studio: MGM

Regisseur: Robert Montgomery

Darsteller: Robert Montgomery, Lloyd Nolan, Audrey Totter

Drehbuch: Steve Fisher

Musik: David Snell

Basierend auf: Raymond Chandlers The Lady in the Lake


Rezension
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Lady in the Lake

Inhalt

Phillip Marlowe (Robert Montgomery) will die Ebbe in der Firmenkasse bekämpfen und liefert ein Manuskript für einen Kriminalroman im Verlagshaus Kingsby ab. Doch statt eines Buchvertrages bekommt er von der Herausgeberin Adrienne Fromsett (Audrey Totter) den Auftrag, die Frau ihres Chefs Derace Kingsby (Leon Ames) ausfindig zu machen. Die hübsche ist nämlich mit ihrem Liebhaber Lavery nach Mexiko abgezwitschert. Zumindest scheint es auf den ersten Blick so. Doch als Marlowe dem Playboy Lavery auf den Zahn fühlt, bekommt er erst einmal eine Abreibung Verpasst. Und das soll nicht die letzte gewesen sein, denn auch der Bulle DeGarmot (Llyod Nolan) will den Detektiv mit unfreundlichen Methoden davon abhalten, die Nase zu tief in den Fall Kingsby zu stecken. Die Dame taucht nämlich als Leiche auf.


Kommentar

YOU and ROBERT MONTGOMERY solve a murder mystery together!

Basierend auf Chandlers The Lady in the Lake lieferte Regisseur Montgomery im Jahr 1947 einen der ungewöhnlichsten Film noirs der klassischen Periode ab. Den gesamten Film durchlebt man aus Sicht des Protagonisten - für Mitte der Vierziger ein wagemutiger Versuch, der vom Publikum auch nur verhalten aufgenommen wurde. Marlowe redet mit Verdächtigen - sie antworten direkt in die Kamera. Marlowe wird K.O. geschlagen - die Kamera geht schwankend zu Boden. Marlowe wird von der hübschen Adrienne geküsst - die Kamera nähert sich ihrem Gesicht. Was mit heutiger Kameratechnik möglich ist und gerne genutzt wird, nimmt sich in der damaligen Machart sehr statisch und gewöhnungsbedürftig aus. Marlowes Kopfbewegungen sind zu langsam, seine Schritte zäh. Darin verliert Lady in the Lake viel von seiner Dramatik. Neben dem ungewöhnlichen Blickwinkel sind es der Einstieg in die Geschichte, bedruckte Weihnachtskarten anstatt eines übergeblendeten Vorspanns, und die Nutzung der Musik, respektive des Kinderchors, die gefallen.

Im gleichen Jahr nutze übrigens Delmar Daves eine ähnliche Erzähltechnik in seiner Goodis-Adaption Dark Passage. Die Kamerafahrten hier sind etwas fließender, zudem wird der zweite Teil der Geschichte wieder aus einer klassischen Perspektive erzählt.