Bewertung

Story

80 %

Spannung

75 %

Atmosphäre

85 %

Gewaltdarstellung

60 %


Filmdaten

Murder, My Sweet (1944)

Deutscher Titel: Mord, mein Liebling

Alternative Titel & Arbeitstitel: Farewell, My Love

Studio: RKO

Regisseur: Edward Dmytryk

Darsteller: Dick Powell, Claire Trevor, Anne Shirley

Drehbuch: John Paxton

Musik: Roy Webb

Basierend auf: Raymond Chandlers Farewell, My Lovely


Rezension
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Mord, mein Liebling

Inhalt

"It ain't personal. We don't like you, but it ain't personal."

Privatdetektiv Philip Marlowe (Dick Powell) sitzt mit verbundenen Augen im Kreis mehrere Männer. Zigarettenrauch steigt zur grellen Deckenlampe auf, die Stimmung ist angespannt, feindselig. Die Männer sind Polizisten und wollen ihm mehrere Morde anhängen. Gleich einem zum Tode Verurteilten erhält er eine Zigarette und beginnt schließlich zu erzählen ...


"Who put in the pitch for me, Mr. Marriott?"

Ein grobschlächtiger Romantiker bittet den Privatdetektiv seine Frau Velma aufzustöbern, ein gut bezahlter Routinejob. Aber mit Aussicht auf wenig Erfolg. Da klingt es schon besser, dem Gigolo Marriott zur Seite zu stehen, der in eine Erpressungsgeschichte verwickelt ist. Als Marriott kurz darauf tot ist, muss Marlowe langsam und schmerzhaft erkennen, dass der Fall um eine verschwundene Jadehalskette weitaus komplizierter und tödlicher ist als er angenommen hat.


"I stir up trouble on the side."

Raymond Chandlers "favorite screen Marlowe" Dick Powell mimt einen (im Vergleich zum toughen Humphrey Bogart) eher weichen und verletzlichen PI. Zwar hat er beständig coole Sprüche auf den Lippen, steckt aber mehr ein als er austeilt und ist auch nicht unbedingt der geniale Fälleknacker. Vielmehr bringt er die Angelegenheit so weit ins Rollen, dass sie sich selbst in Wohlgefallen auflöst (dieses Marlowe-Grundthema wird beinahe drei Jahrzehnte später von Robert Altman in The Long Goodbye aufgegriffen). Ein paar Tote mehr fallen da nicht ins Gewicht. In lakonischer Off-Erzählung springt die Geschichte von der ungeklärten Gegenwart in die Vergangenheit, verschlingt zwei scheinbar zusammenhanglose Fälle miteinander. Bringt archetypische Noir-Figuren zum Vorschein (Femme fatale, die Unschuldige, feiner Gangsterboss und grobe Schläger), die sich in einer dunklen, feindseligen Großstadt bewegen.


"The rest of it was a crazy, coked-up dream."

Ein stimmiger Film noir mit flotten Dialogen und einem expressionistischen Drogentrip.