Bewertung

Story

85 %

Spannung

80 %

Atmosphäre

85 %

Gewaltdarstellung

65 %


Filmdaten

Philip Marlowe, Private Eye (1983-1986)

Deutscher Titel: -

Alternative Titel & Arbeitstitel: -

Studio: HBO

Regisseur: Robert Iscove, Peter R. Hunt

Darsteller: Powers Boothe, Kathryn Leigh Scott, Billy Kearns, John Ireland

Drehbuch: Jeremy Hole, Jesse Lasky Jr., Pat Silver, Jo Eisinger

Musik: Samuel Matlovsky, John Cameron

Basierend auf: Raymond Chandlers Figur Philip Marlowe


Rezension
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Philip Marlowe

Inhalt

Privatdetektiv Philip Marlowe ermittelt im Los Angeles der späten 40er Jahre, zwischen High Society, der Glitzerwelt Hollywoods, dem halbseidenen Glanz von Nachtclubs und Boxevents und den heruntergekommen Stadteilen derjenigen, die von Reichtum und Berühmtheit nur träumen können. Untreue, Erpressung, Korruption und Mord sind die Fallstricke, die all diese Facetten zusammenhalten. Auf der Suche nach der Wahrheit muss Marlowe darauf balancieren und stürzt mehr als einmal ziemlich schmerzhaft. Unfreundliche Bullen, geheimnisvolle Schönheiten und skrupellose Gangster treten noch nach. Aber einer wie er steht immer wieder auf, eine sarkastische Bemerkung auf den Lippen, und lässt nicht locker.


Kommentar

In der Zusammenarbeit zwischen dem amerikanischen Bezahlsender HBO (Deadwood, Sopranos, True Blood) und der britischen LWT entstanden in den Jahren 1883 und 1986 zwei TV-Staffeln basierend auf Chandlers Kurzgeschichten um seine Protagonisten Marlowe, Dalmas und Carmady (letztere beiden wurden in späteren Veröffentlichungen zu Marlowe umgeschrieben). In der Hauptrolle Powers Boothe als zäher, klugscheißender und manchmal tragischer Privatdetektiv, wobei sich der Schauspieler mit seiner Leistung hinter Filmgrößen wie Powell, Bogart oder Mitchum nicht zu verstecken braucht. Im Gegenteil - Boothe transportiert die Figur gekonnt auf die Leinwand, spielt oft still, mit dem nötigen Ausdruck von Tragik, aber in den richtigen Moment physisch und zynisch. Ein guter Marlowe, dem man seinen ewigen Kampf um die Wahrheit, seine Rückschläge und das erneute Aufstehen abnimmt. Der lakonische Voice-Over trägt sicherlich das seine zur Stimmung bei. Letztere wird durch die für HBO typischen, sehr aufwändigen Kulissen und Requisiten aufgebaut - alte Villen, Jazz-Clubs, Smokings, Abendkleider und natürlich Automodelle aus den 40ern. Ergänzt durch gute Nebendarsteller (unter anderem hat Noir-Veteran John Ireland in einer der späteren Folgen einen Gastauftritt).

Das alles mischt sich zu einem Hard-boiled-Cocktail a la Hollywood, in dem man den Glanz der damaligen Zeit sehen kann. Und in den besten Momenten auch die Korruption hinter den Fassaden.


Episoden

Season 1 (1983)

The Pencil

The King in Yellow

Finger Man

Nevada Gas

Smart Aleck Kill


Season 2 (1986)

Blackmailers Don't Shoot

Spanish Blood

Pickup on Noon Street

Guns at Cyrano's

Trouble Is My Business

Red Wind


Fazit

Sehenswerte, atmosphärische Verfilmung des Chandler Stoffs. Nach heutigen TV-Maßstäben sehr klassisch erzählt, aber das tut dem Sehvergnügen keinen Abbruch.