Bewertung

Story

80 %

Spannung

70 %

Atmosphäre

80 %

Gewaltdarstellung

75 %


Filmdaten

The Big Heat (1953)

Deutscher Titel: Heißes Eisen

Alternative Titel & Arbeitstitel: -

Studio: Columbia

Regisseur: Fritz Lang

Darsteller: Glenn Ford, Gloria Grahame, Jocelyn Brando, Lee Marvin

Drehbuch: Sydney Boehm

Musik: Daniele Amfitheatrof

Basierend auf: William P. McGiverns The Big Heat


Rezension
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Heißes Eisen

Inhalt

When a cop kills himself, they want a full report.

Als der Tod eines Kollegen als Selbstmord zu den Akten gelegt werden soll, will Polizist Dave Bannion (Glenn Ford) sich damit nicht zufrieden geben. Auch Druck durch seinen Vorgesetzten, die Angelegenheit ruhen zu lassen, bewirkt das Gegenteil - Bannion kommt einem Korruptionsskandal auf die Spur, in den der Gangsterboss Lagana verstrickt ist. Und dessen Handlanger kennen nur eine Sprache, um Schnüffler zum Schweigen zu bringen: Mord. Doch eine für Bannion bestimmte Autobombe tötet dessen Frau. Damit beginnt eine gnadenlose Hatz, in der für den Polizisten die Linie zwischen Rache und Gerechtigkeit zu verschwimmen droht.


Kommentar

Don't make a mistake, Bannion. Don't play hero with me.

Fritz Langs Adaption einer McGivern-Story steht im Ruf, das Hollywood der frühen 50er durch die offene Gewaltdarstellung in The Big Heat neu befeuert zu haben. Und schon die erste Einstellung bringt es auf den Punkt - die Nahaufnahme eines .38er Revolvers. Es folgen ein offener Selbstmord, zwei Morde an Frauen, Schlägereien, ein Sprengstoffanschlag, Folter durch eine Zigarette und die berüchtigtste Szene des Films: Der Gangster Vince (Lee Marvin) rastet aus und schleudert seiner Freundin Debbie (Gloria Grahame) kochendheißen Kaffee ins Gesicht.


It's a perfect marriage - we share the same Scotch, the same cigarette, the same can of beer.

Die gute schauspielerische Leistung von Glenn Ford wird noch von Gloria Grahame in der Rolle der flatterhaften Debbie Marsh übertrumpft. Lee Marvin als gewalttätiger Gangster ist wie gewohnt einfach nur cool. Langs Inszenierung ist überraschend "hell" für einen Film noir - die meisten Schauplätze sind gut ausgeleuchtet, selbst die Kaffeekannen-Szene findet in einem erleuchteten Apartment statt. Wenn man es so lesen möchte, eine sehr pessimistische Sicht der Dinge, denn Korruption und Schlechtigkeit müssen sich nicht einmal mehr in den Schatten verstecken.


I guess the scar isn't so bad, not if it's only on one side. I can always go through life sideways.

Die Welt um Protagonist Bannion ist inhuman und kalt, durchzogen von Verkommenheit und Gewalt. Selbst die heile Familienwelt ist vor Verbrechen nicht geschützt. Angst beherrscht die Gemüter, egal ob Nachtschwärmer oder Streifenpolizist, und nur ein manischer Bulle und eine lebensmüde Gangsterbraut können das verkommene Gefüge aufbrechen. Folglich ist das Ende keineswegs glücklich und die Nachricht klar: Um die Korruption zu bekämpfen sind Kreuzzügler und große Opfer notwendig. Hat sich nicht viel verändert in den letzten fünfzig Jahren …