Bewertung

Story

70 %

Spannung

70 %

Atmosphäre

80 %

Gewaltdarstellung

50 %


Filmdaten

The Lost Weekend (1945)

Deutscher Titel: Das verlorene Wochenende

Alternative Titel & Arbeitstitel: -

Studio: Paramount

Regisseur: Billy Wilder

Darsteller: Ray Milland, Jane Wyman, Howard da Silva

Drehbuch: Charles Brackett und Billy Wilder

Musik: Miklós Rózsa

Basierend auf: Charles R. Jacksons The Lost Weekend


Rezension
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Das verlorene Wochenende

Inhalt

Don Birnam (Ray Milland), mit 33 ein gescheiterter Schriftsteller, ist seit langen Jahren Alkoholiker und nur für kurze Phasen nüchtern. Gerade hat er es zehn Tage geschafft - unter der beständigen Kontrolle seine treuen Bruders Wick (Philip Terry), so dass beide ein Wochenende auf dem Land planen. Aber Don besorgt sich Geld und geht noch mal schnell auf die Piste. Er verpasste die Abfahrt und rutscht in ein Alkohol durchtränktes Wochenende, aus dem ihn nicht einmal seine Freundin Helen (Jane Wyman) ziehen kann. Gefangen zwischen seinen Träumen und dem bitteren Drang nach dem nächsten Glas, wird das Wochenende zu einem verlorenen, das in Selbstzweifeln und Selbstmordgedanken mündet.


Kommentar

Nominiert für 7 Academy Awards, Oscar prämiert schließlich für Best Director und Co-Writer (Billy Wilder), Best Actor (Ray Milland) und Best Picture, gilt The Lost Weekend als eine der ersten, kritischen Auseinandersetzungen Hollywoods mit dem Thema Alkoholismus. Wilder las die Romanvorlage von Charles Jackson im Zug und entschied sich sofort, ihn als Film umzusetzen (Paramount zahlte damals $50.000 für die Rechte am Buch). Ursprünglich waren Cary Grant und José Ferrer für die Hauptrolle im Gespräch, aber nach deren Absage fiel die Wahl auf Ray Milland, der streckenweise eine sehr überzeugende Leistung zeigt, zum Teil aber etwas zu theatralisch wirkt. Um sich auf die Rolle einzustimmen, verbrachte er eine Nacht als Patient im Bellevue Hospital. Seine beiden Begleiter - dein Bruder Wick und die Geliebte Helen - sind nur wenig ausgearbeitet, ihre Motivation, die ganze Tortur seit langen Jahren mitzumachen, vermag kaum zu überzeugen. Ob The Lost Weekend wirklich ein Meilenstein der Filmgeschichte ist - darüber kann man getrennter Auffassung sein.


Zumindest aber ist er ein gelungener Vertreter des Film noir - ungewöhnliche Kamerafahrten, Rückblenden, Voice-Over und eine beklemmende Alptraumsequenz und der tragische, von Selbstzweifeln und Todessehnsucht getriebene Protagonist. Dazu der Score von Miklós Rózsa, der das erste Mal das so genannte Theremin für einen Film benutzte, um die befremdlichen Töne während des Alptraums zu schaffen. Später wurde das elektronische Instrument vermehrt in Science-Fiction-Filmen angewandt (Ätherklänge).