Bewertung

Story

65 %

Spannung

60 %

Atmosphäre

70 %

Gewaltdarstellung

40 %


Filmdaten

The Newton Boys (1998)

Deutscher Titel: Die Newton Boys

Alternative Titel & Arbeitstitel: -

Studio: Twentieth Century Fox

Regisseur: Richard Linklater

Darsteller: Matthew McConaughey, Skeet Ulrich, Ethan Hawke

Drehbuch: Richard Linklater, Claude Stanush, Clark Walker

Musik: Edward D. Barnes

Basierend auf: Claude Stanushs The Newton Boys: Portrait of an Outlaw Gang


Rezension
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Die Newton-Boys

Inhalt

Im Amerika der zwanziger Jahre lassen die Newton-Brüder Willis, Jess, Dock und Joe das Farmerleben Farmerleben sein und wenden sich anderen Geldquellen zu - dem Überfallen von Banken. Denn Banken sind versichert und ohnehin die größten Gauner. Gemeinsam mit ihrem Komplizen Brent Glasscock, einem Experten im Umgang mit Nitroglyzerin, erleichtern sie Geldhäuser um deren Tresorinhalte. Anfangs noch völlig unkoordiniert und mit Gefahr für Leib und Leben verbunden, kommt das richtig große Geld erst rein, als die Brüder ihre Überfälle minutiös zu planen beginnen. Damit beginnt zwischen 1919 und 1924 ein Beutezug, der die Newtons zu den erfolgreichsten Bankräubern in der Geschichte der Vereinigten Staaten avancieren lässt. Wobei sie sich streng an ihre Vorgabe "keine Morde" halten. Und die Roaring Twenties sind genau die richtige Zeit, um mit der erbeuteten Kohle ein Leben in Luxus zu genießen.

Doch wie so oft, zerrinnt die Asche schneller zwischen den Fingern, als man sie aus den Tresoren holen kann. Deshalb muss ein letzter, ein großer Coup her: Ein Eisenbahnraub mit satten drei Millionen Dollar als Beute. Nur geht diesmal etwas katastrophal schief …


Kommentar

Verbrechen lohnt sich! Folgt man dem Hauptteil des Films, könnte man schnell zu dieser Auffassung gelangen. Die organisiert vorgehenden Brüder zelebrieren die Kunst des Tresorknackens und Geldverschleuderns und mausern sich dank geschmeidiger Besetzung und dem Umstand, dass ihre realen Vorbilder während ihrer Coups keinen Menschen getötet haben, zu Sympathieträgern. Es greift das Dillinger-Syndrom, denn hier geht es um den kleinen Mann, der sich gegen skrupel- und gesichtslose Banken auflehnt und sich (zurück-) nimmt, was diese sich ohnehin nur auf unehrliche Weise angeeignet hatten. Erst gegen Ende (und durch eigenes Verschulden), kommt der Fall, aber selbst aus dem kommen die Brüder heraus, wenn auch arm.

Linklater inszeniert pompös, wie es sich für ein 20er Jahre-Setting gehört, und ruhig. Den Brüdern geht die Härte und Dramatik eines Dillingers, Pretty Boy Floyds oder Clyde Barrows ab. Dementsprechend ist The Newton Boys auch kein Actionstreifen oder spannungsgeladener Heist-Movie, sondern pendelt irgendwo zwischen Gaunerkomödie und romantisiertem Gangsterfilm. Das geht in Ordnung, hat aber letztendlich keinen Biss.


Highlights / Tiefschläge

Ein Highlight wartet im Abspann - Johnny Carson im Interview mit dem achtzigjährigen Willis Newton und Auszüge aus einem Video mit dem alternden Joe Newton.


Fazit

Gefällig inszenierter und gut besetzter Gangsterfilm, der sich stark an die Biographie des Newton-Clans hält und dem es dadurch stellenweise an Fahrt fehlt.