Bewertung

Story

75 %

Spannung

70 %

Atmosphäre

80 %

Gewaltdarstellung

50 %


Filmdaten

The Petrified Forest (1936)

Deutscher Titel: Der steinerne Wald

Alternative Titel & Arbeitstitel: -

Studio: Warner Brothers

Regisseur: Archie Mayo

Darsteller: Leslie Howard, Bette Davis, Genevieve Tobin, Dick Foran, Humphrey Bogart

Drehbuch: Charles Kenyon, Delmer Daves

Musik: Bernhard Kaun

Basierend auf: dem gleichnamigen Bühnenstück von Robert E. Sherwood


Rezension
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Der versteinerte Wald

Inhalt

Ich habe die meiste Zeit meines Lebens im Knast verbracht, und es scheint ganz so, als würde ich den Rest meines Lebens tot sein.

Eine heruntergekommene Gaststätte in der Hitze Arizonas: Duke Mantee (Humphrey Bogart), ein Mörder auf der Flucht, hält den Schriftsteller Alan Squier (Leslie Howard), die junge Gabby Maple (Bette Davis) und eine handvoll anderer als Geiseln gefangen. Während sie in der klaustrophobischen Enge ausharren, ein Sandsturm über die Wüste peitscht und die Nerven blank liegen, liefern sich der Schriftsteller und der Killer ein erbittertes Wortgefecht, an dessen Ende der Tod steht.


Kommentar

Der Film The Petrified Forest war Bogarts spätes Sprungbrett zum Ruhm. Damals bereits Mitte Dreißig, steckte Bogarts Karriere fest, als Warner Brothers den Stoff verfilmen wollte - allerdings mit Edward G. Robinson in der Rolle des Duke Mantee, nicht mit ihm selbst. Und dass, obwohl Bogart diese Rolle bereits 1935 etliche Mal erfolgreich auf der Bühne gespielt hatte. Ihm gegenüber wieder Leslie Howard. Der bestand auch darauf, Bogart statt Robinson zu verpflichten. Wie sich herausstellen sollte, eine richtige Entscheidung. In der Rolle des kaltblütigen Gangsters legte Bogart den Grundstein für zahllose weitere Gangsterrollen in den nächsten Jahren. Aus Dank benannte Bogart sein erstes Kind mit Lauren Bacall nach seinem alten Freund Leslie. Die Figur des Duke Mantee lehnte Bogart stark an den Gesetzlosen John Dillinger an, der Anfang der Dreißiger Jahre den mittleren Westen der USA terrorisierte. Für Bogart wie auch für Mantee geht es um alles oder nichts.


Der Film selbst bleibt der Broadway-Vorlage sehr treu, dementsprechend erinnern die Dialoge und hölzernen Kameraeinstellungen deutlich ans Theater. Stellenweise ist es mehr ein theatralisches Geplänkel und Wortklopferei, als ein waschechter Gangsterfilm, angereichert mit einigen schwülstigen Dialogen. Da kann auch der Showdown keine Fahrt mehr hineinbekommen. Grundtenor ist der, dass sowohl der freie Individualist, symbolisiert durch den Outlaw, als auch der Intellektuelle, hier als zielloser Schriftsteller, vom aussterben bedrohte Gattungen sind, die von einer neuen Ära überrollt werden. Das Individuum ist tot, es lebe die Massengesellschaft.