Bewertung

Story

85 %

Spannung

70 %

Atmosphäre

85 %

Gewaltdarstellung

50 %


Filmdaten

The Postman Always Rings Twice (1946)

Deutscher Titel: Im Netz der Leidenschaften, Die Rechnung ohne den Wirt, Wenn der Postmann zweimal klingelt

Studio: MGM

Regisseur: Tay Garnett

Darsteller: Lana Turner, John Garfield, Cecil Kellaway, Hume Croney

Drehbuch: Harry Ruskin & Niven Busch

Musik: George Bassman

Basierend auf: James M. Cains Wenn der Postmann zweimal klingelt


Rezension
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Im Netz der Leidenschaften

Inhalt

Der Vagabund Frank Chambers (John Garfield) findet Arbeit in der Gaststätte des gutmütigen Nick Smith (Cecil Kellaway), der nicht ahnt, dass seine neue Arbeitskraft und seine junge Frau sich ineinander verlieben. Die hübsche Cora Smith (Lana Turner), ein weißer Engel inmitten von Bratfett und Hamburgern, versucht mit Frank zu fliehen, muss sich aber eingestehen, dass sie nicht zu einem Leben in den Tag hinein geschaffen ist. So kehrt das Paar in die Gaststätte zurück und Cora überzeugt ihren Liebhaber schließlich davon, dass es nur einen Weg gibt, um zusammen zu sein, ohne ihr Geschäft aufgeben zu müssen: der Tod ihres einfältigen, sturen Ehemanns. Chambers inszeniert einen Unfall, doch im letzten Moment geht etwas schief. Nick überlebt und der Staatsanwalt wird auf sie aufmerksam. Doch das Leben unter einem Dach gemeinsam mit dem Gastwirt, macht es den Liebenden unerträglich, so dass sie ein weiteres Mal seinen Tod planen. Mit Erfolg.

Doch werden sie damit zu Spielbällen zweier machtgieriger Anwälte, die einen Keil in die fragile Liebe zu treiben versuchen, ehe Cora und Frank ein gemeinsames Leben beginnen können. Aber auch über diesem liegt bald ein bedrohlicher Schatten …


Kommentar

Einer der stimmigsten alten Noir Filme, basierend auf dem Roman von James M. Cain (Drehbuch von Harry Ruskin und Niven Busch) unter der Regie von Tay Garnett. John Garfield, Lana Turner und Cecil Kellaway sind eine glanzvolle Besetzung für diese makellose MGM-Produktion, durch Kameraführung und Bildkomposition atmosphärisch in Szene gesetzt. Die Turner beständig in unschuldigem Weiß, allerdings äußerst knapp gehalten. Ihr Auftritt einer der essentiellen Momente des Film noir: Frank Chambers sitzt an der Theke des Restaurants, als ein Lippenstift über den Boden rollt. Sein Blick verfolgt dessen Weg zurück, fixiert zwei Füße in weißen Schühchen und wandert bloße Frauenbeine hinauf. Sinnlichkeit und unterschwellige Sexualität zeichnet das Paar Garfield/Turner aus, während sie den Mord am einfältigen Ehemann planen (wunderbar gespielt von Cecil Kellaway). Die Handlung spielt sich in ausgezeichneten Dialogen unter den drei Hauptdarstellern ab, kritisch beäugt vom DA und einem dümmlichen Polizisten ("Dead as a doornail.").

Nach dem Mord kippt die Gewichtung der Geschichte und das Paar Turner/Garfield muss ein gutes Maß ihrer Leinwandpräsenz an den gewieften Anwalt Keats (der überragende Hume Croney) abgeben, während sie sich mehr und mehr in gegenseitigem Misstrauen verlieren.

Hier hat die Verfilmung dann auch ein paar Längen (Spielzeit immerhin 113 Minuten), ehe es zum Finale geht, in dem Garfield noch einmal eindringlich Chambers letzte Minuten in der Todeszelle mimt.