George Alec Effinger

George Alec Effinger

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Der Kuß des Exils
Ein Feuer in der Sonne
Das Ende der Schwere

Das Ende der Schwere

Originaltitel: When Gravity Fails, 1987

368 Seiten

Roman

Heyne Verlag

Inhalt

Die Verschmelzung von Mensch und Elektronik hat eine neue Höhe erreicht: durch Verdrahtung des Gehirns kann man mit Hilfe so genannter Daddys beliebiges Wissen einspeisen. Die kleinen Chips lassen einen perfekt Französisch sprechen oder die Buchhaltung erledigen oder einen Hubschrauber fliegen. Einen Schritt weiter geht es durch den Einwurf eines Moddys, einer Persönlichkeitsmodifikation: keine Lust die selbe alte Hure zu vögeln? Dann steckt sie einfach das Moddy eines Pornostars ein und es wird die Nacht der Nächte. Schüchtern? Ein Moddy von Don Juan und die Sache ist geritzt. Die Illusion ist total, das Moddy spielt die totale Illusion ins Hirn.

Aber Vorsicht, nur die offiziellen Moddys sind sicher und verhindern, dass das Hirn zu Wackelpudding wird. Für selbst gebastelte Modifikationen gibt es keine Gewähr.

Marid Audran ist Privatdetektiv im Budayin, dem Bordellbezirk einer nordafrikanischen Stadt im Jahr 2170. Und einer der wenigen Menschen im Bezirk, der sich den Schädel nicht hat verdrahten lassen und sich keiner Geschlechtsoperation unterzogen hat. Ein ehrenhafter Einzelgänger inmitten der Nutten, Dealer und Taugenichtse.

Als eine Reihe grausamer Morde das Viertel überziehen und etliche von Marids Freunden abgeschlachtet werden, scheint er mit seinem unmodifizierten Schädel mehr und mehr ins Hintertreffen zu geraten. Das Angebot des örtlichen Gangsterbosses Friedlander Bey, eine brandneue Verdrahtung zu bekommen, kostet Audran schließlich seine Unabhängigkeit, aber dafür kann er sich dem brutalen Killer an die Fersen heften.


Kommentar

Marid Audran ist ein recht klassischer Vertreter der hard-boiled-Detektive. Ein zäher Einzelgänger in einem von Gewalt und Korruption durchzogenen Mikrokosmos, dem sein Wort über alles geht und dessen Moralvorstellung etwas altbacken wirken - alle haben sich das Hirn aufmotzen lassen, nur er weigert sich beharrlich. Effinger jagt ihn in flüssiger Schreibe durch die sinnlichen Höhen und blutigen Tiefen des Budayin, dreht ihn durch die Mangel und lässt ihn schließlich angeschlagen überleben. Platz für den zweiten und Dritten Band. Mal abgesehen von den Moddys und allgegenwärtigen Geschlechtsumwandlungen kommt dieser Cyberpunk-Roman eher konventionell daher. Eine Willkommene Abwechslung zwischen Spade, Archer oder Marlowe.