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Jean Amila

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Die Abreibung

Die Abreibung

Originaltitel: La Bonne Tisane, 1955

Roman

Inhalt

Nach einem längeren Aufenthalt In Südamerika kehrt der zähe Gangsterboss René Lecomte, genannt der Graf, nach Paris zurück, um seine Geschäft auf Vordermann zu bringen und ein paar Rechnungen zu begleichen. Ihm zur Seite stehen sein Vertrauter Roger und seine Geliebte Maine. Doch entweder macht ihm das Alter zu schaffen, oder die Nachwuchsverbrecher sind besser geworden - schon bei der ersten Aufräumaktion kommt es zu einer Schießerei, bei der sich der Graf ein paar Kugeln einfängt. Doch so was kann einen wie ihn nicht umbringen, stattdessen schleppt er sich mit letzter Kraft ins nahe Krankenhaus. Dort beginnt gerade die erste Nachtschicht für die Schwesternschülerinnen Aline, Sylvie und Thérèse. Und deren jugendlicher Idealismus wird auf eine harte Probe gestellt, denn zwischen unleidlichen Kranken, mürrischen Schwestern und zudringlichen Assistenzärzten bleibt wenig Raum für höhere Gefühle. Ganz zu schweigen vom Bandenkrieg um Lecomtes Nachfolge, der sich vor dem Hospital zusammenbraut.


Kommentar

Amilas Die Abreibung trägt Züge einer schwarz gefärbten Seifenoper in sich. Für vierundzwanzig Stunden folgt er dem Leben sehr unterschiedlicher Protagonisten, die in ihrem Mikrokosmos von den Intensitäten eines ganzen Lebens eingenommen werden. Von Geburt bis Tod, von Liebe bis Hass, von Freude bis Todesangst, von Euphorie bis zu bleierner Erschöpfung. Drei unschuldige Krankenschwestern auf der einen, und eine Band abgebrühter Krimineller auf der anderen Seite. Die einen voller Idealismus, die anderen voller Zynismus. Und auf ihrer Weise dicht beisammen, in dem sie über Leben und Tod entscheiden.

Der Einbruch der glamourösen Gangster in den streng geordneten Alltag des Hospitals wirft für eine Nacht zwei unterschiedliche Welten aufeinander, doch im ernüchternden Morgengrauen sind die Grenzen wieder klar erkennbar und auf den Tod folgt die Liebe.


Highlights / Tiefschläge

Gerade im Handeln der Gangster liegt oft ein übertriebenes Maß an Slapstick, das der Dramaturgie der ansonsten niederdrückenden Nacht ein wenig die Schärfe nimmt.


Fazit

Aus den bisher im Conte Verlag veröffentlichten Amila-Romanen sicherlich einer der schwächeren. Auf unter zweihundert Seiten bleibt etwas zu wenig Raum, um die Anzahl an Protagonisten eingehender zu betrachten, auch wenn die Verquickung von Krankenhauspersonal und hartgesottenen Gangster sicherlich gelungen ist. Zum Einstieg in die Reihe eher ungeeignet, für treue Amila-Leser aber gute Unterhaltung. Zudem immerhin schon die fünfte Amila-Veröffentlichung im Hause Conte mit hoffentlich Raum für weitere Romane.


Mehr zum Autor

Jean Amila - Biographie, Bibliographie