Jim Thompson

Jim Thompson

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Muttersöhnchen

Muttersöhnchen (Die Abzocker)

Originaltitel: The Grifters, 1963

Roman

Inhalt

Roy Dillon lebt nicht schlecht als Trickbetrüger. Eine findige Masche bewahrt ihn davor, regelmäßig die Stadt wechseln zu müssen. Vielmehr hat er es sich in einem Hotelzimmer bequem gemacht, einen Batzen Geld beiseite gelegt und sich eine attraktive Geliebte geangelt. Diese heißt Moria und gerade als alles besonders glatt geht, will sie mehr - hauptsächlich, dass Roy mit dem Kleinkram aufhört und sich für großes Geld interessiert. Als der jedoch wegen ein paar Magengeschwüre beinahe das Zeitliche segnet, kommt der Geliebten keine andere als Lilly Dillon in die Quere. Die junge und gut aussehende Mutter, die sich ziemlich dominant in Roys Leben mischt und es vorziehen würde, wenn er die Betrügereien sein ließ. Und schließlich ist da noch die verführerische Krankenschwester Carol, die sich in Roy verliebt und nichts anderes will, als eine Heirat. Kaum wieder auf den Beinen, muss Roy sich zwischen einer der drei Frauen entscheiden. Wenn deren mörderischer Drang nicht vorher das Kartenhaus zum Einsturz bringt.


Kommentar

Ein schnörkelloses Existenzdrama, durch und durch schwarz. Neben The Killer insinde Me (1952) und Pop. 1280 (1964) vermutlich einer der bekanntesten Thompson-Romane. Ein Mikrokosmos aus dauerndem Misstrauen, kaputten Familienbanden, dessen Zentrum schließlich Mord und Totschlag bilden. Und, in seiner unnachahmlichen Art, fächert Thompson nebenbei weitere Abgründe seiner Antihelden auf. In gewisser Weise ist das eine griechische Tragödie, die da in die amerikanische Großstadt getragen wird. Es ist die Kehrseite des amerikanischen Lebensgefühls - Gewalt, Habgier und Korruption sind alltägliche Wegbegleiter. Unterschwellig, aber immer präsent, bis sie schließlich hervorbrechen und Lilly, Roy und Moria damit geradewegs auf eine Katastrophe zu driften.

Aus dem Roman entstand 1990 ein sehenswerter Neo-Noir-Streifen gleichen Namens. In den Hauptrollen Anjelica Huston, John Cusack und Annette Bening. Thompsons Vorlage wurde von keinem geringeren als Donald E. Westlake als Drehbuch adaptiert (was diesem eine Oscar-Nominierung einbrachte).


Mehr zum Autor

Jim Thompson - Biographie, Bibliographie