Ken Bruen

Ken Bruen

Bestellen bei amazon.de
Jack Taylor fliegt raus

Jack Taylor fliegt raus

Originaltitel: The Guards, 2001

Roman

Inhalt

Nachdem Jack Taylor dazu verdonnert wurde, als Streifenpolizist hinter einer Radarfalle zu sitzen, hat der Dienst ohnehin wenig Bedeutung für ihn. Als er dann bei einer Verkehrskontrolle an einen hohen Beamten des Finanzministeriums gerät, der ihn zurechtweist, legt Jack seine Meinung zur Regierung offen und schlägt zu.

Vom Dienst suspendiert, versucht er sich fortan als Lösungsfinder, denn mit dem Begriff Privatdetektiv haben es seine irischen Mitbürger nicht so. In Galway ist allerdings nicht sonderlich viel los, folglich lässt Jack sich in seiner Stammkneipe Grogan's voll laufen. An seiner Seite sein alter Kumpel Sutton, dessen zynische Weltanschauung auch nicht gerade dazu geeignet ist, Taylor sauber zu ziehen. Doch als die verzweifelte Ann auftaucht und ihn bittet, den angeblichen Selbstmord ihrer Tochter aufzuklären, muss Jack sich aus den Niederungen des Lebens kämpfen, denn im Schlepptau der toten jungen Frau kommt so allerlei Scheiß ans Licht. Und mancher davon hat es auf Jack abgesehen.


Kommentar

Am nächsten Tag lag ich im Sterben. Nicht so der übliche Feld-Wald-und-Wiesen-Kater, sondern die ganz große Kacke. Die Kacke, die grölen kann: SCHIESS MICH TOT!

Das alte Irland muss sich mehr und mehr hinter dem modernen Mist verstecken, und dieser melancholische Unterton durchzieht die schwarze Welt des Jack Taylor, der in manchen Momenten selbst ein Relikt ist. Ein alternder Verlierer auf der steinigen Straße des Säufers - hoch und tief runter, fragmentarisch, die Phasen des Friedens und Glücks schnell zertrümmert. Er zerstört, was er hat und dabei ist kein Happy End in Sicht, selbst der Tod lässt sich Zeit.


Highlights / Tiefschläge

Taylors alkoholgetränkter Niedergang, Wideraufstieg und erneuter Fall - bitter, unromantisch, noir.


Dies & Das

1) Die Übersetzung der erwähnten Autobiographie von Derek Raymond The Hidden Files wird fälschlich als Der versteckte Aktenordner wiedergegeben, heißt aber in der einzigen deutschen Ausgabe Die verdeckten Dateien (DuMonit Noir, 1999) - übrigens Pflichtlektüre für Noir-Fans.

2) Das Irish-Crime-Logo, wenn auch dezent, hätte man sich sparen können. Bruen passt überhaupt nicht in die Schublade "Regionale Verbrechen".

3) Der Roman strotzt nur so vor Anspielungen auf Literatur und Musik, ein guter Teil davon auch Noir: Goodis, Thompson, Ed McBain, Pelecanos, etc.


Fazit

Das verlorene Wochenende in einer scheißbraun gefärbten Fassung. Alkohol, Gewalt und Selbstzerstörung zu einem verdammt guten Noir-Trip gemixt.


Mehr zum Autor

Ken Bruen - Biographie, Bibliographie