Lester Dent / Kenneth Robeson

Lester Dent / Kenneth Robeson

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Der flammende Dolch

Der flammende Dolch

Originaltitel: The Dagger in the Sky, 1939

144 Seiten

Roman

Erich Pabel Verlag

Inhalt

Der Mann mit der Bronzehaut - unerschrockener Abenteurer, genialer Denker, Arzt, Wissenschaftler, Karate-Kämpfer, Pilot. Mit zwei Worten: Doc Savage. Der größte Held aller Zeiten.

Doch auch ein Held braucht eine Auszeit. Beständig im Licht der Öffentlichkeit, immer in ein spektakuläres Abenteuer verwickelt. Da kann es nicht schaden, mal für eine Weile abzutauchen.

Doch Savage kommt nicht weit. Kaum steigt er in seinen Privatjet in Richtung Urlaub, da heften sich schon die nächsten Schurken an seine Fersen. Und die Galgenvögel warten nur auf eins – auf den Tod des Bronzemannes. Als plötzlich ein sechzig Meter hoher, flammender Dolch über Docs Maschine auftaucht und die Motoren aussetzen, scheint das Schicksal des Helden besiegelt zu sein. Denn Savage wird Opfer eines tödlichen Maya-Fluchs, bei dem ein schwarzer Stein und zwei verfeindete Kleinstaaten eine entscheidende Rolle spielen. Es sei denn, der Mann aus Bronze hat noch ein Ass im Ärmel …


Kommentar

Pulp in Reinkultur. Lester Dent, der Erfinder und Hauptautor der Doc Savage-Serie, wusste, wie eine knackige Abenteuergeschichte getaktet sein muss. Sein Pulp Paper Master Fiction Plot (auch bekannt als Lester Dent Formula) kursiert mittlerweile im Netz und galt etlichen Schriftstellern als Blaupause für Pulp-Geschichten, die sich verkaufen ließen. Die Figur des Doc Savage tauchte 1933 im Doc Savage Magazine auf und wurde ab 1964 von Bantam Books noch einmal komplett veröffentlicht. Lester Dent schrieb einen Großteil der Geschichten, die unter dem Pseudonym Kenneth Robeson veröffentlicht wurden. Zudem inkarnierte sich Savage in Radio, Comics und TV. In Deutschland veröffentlichte der Erich Pabel Verlag etliche der Bücher, eine umfassende Auflistung hat Thomas Rau zusammengestellt.


Der flammende Dolch erfüllt die Formel und die Erwartungen. Savage gerät von einem Problem in ein immer größeres, von Lug und Betrug hin zu handfestem Verrat, von Mord hin zu einem ausgewachsenen Krieg. Dramatische Cliffhanger und rasante Wendungen geben sich die Klinke in die Hand. Genauso wie gute Action und abgefahrene Gadgets. Als Backup stehen dem Doc seine treue Brigade aus ebenso zähen wie brillanten Freunden zur Seite, sowie eine verdammt hübsche Präsidententochter, deren Kleid im Verlauf der Story ordentlich leiden muss. Aber Savage hat für amouröse Verwicklungen nun gar nichts übrig. Der Mann aus Bronze hat sich ganz den großen Heldentaten verschrieben. Selbst im Urlaub.


Fazit

Gibt es dort draußen einen größeren Helden ohne übernatürliche Begabungen als Doc Savage? Nein. Passen viel mehr krachige Action und coole Typen in ein Taschenbuch? Vermutlich, aber es wird schwer. Lohnt es, den Doc zu lesen. Verdammt, ja!


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Honey In His Mouth

Honey In His Mouth

Originaltitel: Honey In His Mouth, 1956

Hard Case Crime

248 Seiten

Roman

Inhalt

Walter Harsh ist ein kleiner Gauner, der zusammen mit seiner Geliebten Vera Sue Kleinstädte abklappert, um die Einwohner mit teuren Fotoabzügen um ihr Geld zu erleichtern. Als er zufällig einem seiner Opfer über den Weg läuft und flüchtet, kommt es zu einem schweren Autounfall. Dank einer Blutspende überlebt er, aber damit fangen seine Probleme erst richtig an. Denn ein geheimnisvoller Mann bietet ihm satte $50.000 für eine ungewöhnliche Aufgabe: als Doppelgänger für einen südamerikanischen Staatschef zu fungieren, um an Schwarzgeldkonten in Millionenhöhe zu gelangen. Und wenn Walter eins ist, dann gierig. Wenn er etwas anderes ist, dann unfähig. Als man ihn in einer Villa unterbringt und ihm mehr und mehr des Plans offenbart wird, kriegt er kalte Füße. Hat aber einen eigenen Plan, um sich mit seinem Geld abzusetzen - und macht damit alles nur noch schlimmer.


Kommentar

Auch wenn die Doppelgänger-Thematik sicherlich abgedroschener Pulp ist, bleibt in Honey noch genügend Stoff, um es zu einem unterhaltsamen Titel zu machen. Während die Story an einigen Stellen reichlich konstruiert bleibt, sind aber William und seine Geliebte ein amüsantes Noir-Pärchen, dessen Beziehung sich eigentlich nur um Geld dreht. Wer nutzt wen wie aus, um sich am Ende mit der Kohle absetzen zu können? Harsh ist im Umgang mit Vera Sue nicht gerade zimperlich und entpuppt sich nach und nach als mieser, kleiner Drecksack, der sein Noir-Schicksal durchaus verdient. Seine inneren Qualen, nicht sofort an das große Geld zu kommen, spiegeln eine der klassischen Noir-Triebfedern wieder. Sei es der Ehemann, der im Weg steht, die Partner, die vom Coup zu viel abkriegen, oder, wie in Williams Fall, eine dicke Tresortür. Die Habgier schaltet jegliche Skrupel und bald auch jedwede Vernunft aus.

Da er sich für besonders clever hält, es aber nicht ist, kommt das dicke Ende wenig überraschend. Ihm zur Seite stehen dabei von Habgier und Hass zerfressene Verräter, die zwar einen mörderischen Plan gefasst haben, aber - wie so oft - von ungeplanten Zwischenfällen überrollt werden. Die Quote der Überlebenden pendelt sich auf den letzten Seiten am untersten Ende der Skala ein.


Dies & Das

Lester Dent war einer der Hauptautoren der Doc Savage-Serie. Unter dem Pseudonym Kenneth Robeson schrieb er davon über hundert Romane.


Fazit

Wer sich an der weit hergeholten Handlung nicht stört, bekommt einen flotten Pulp-Roman für Zwischendurch.