Bohren & der Club of Gore

Bohren & der Club of Gore

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Dolores

Dolores

Originaltitel: Dolores, 2008

Pias

Album

Kommentar

Hört man Von Schnäbeln sieht man die Scherben einer Nacht im ersten Morgenrot vor sich. Was immer es war, es ist kaputt - zerbrochen, zerschlagen, gesprungen. Der Morgennebel klebt noch an den Fragmenten, der Tau fängt die Sonnenstrahlen ein. Man bleibt allein mit den Ruinen und erinnert sich mit Wehmut an den Abend zuvor - zu viel Alkohol und Kippen. Eine Frau. Streit. Selbstzweifel. Wut.

Aber jetzt ist da nur noch Einsamkeit. Für ein paar Augenblicke ein seltsamer, innerer Frieden - als verstünde man alles und weiß doch, dass man wieder vergessen, wieder dieselben Fehler machen wird. Und an einem anderen Morgen vor neuen Trümmern steht.

Vielleicht war es Karin, die einen gefangen genommen hat. Eigentlich könnte sie auch Audrey heißen und alleine vor sich hin tanzen (du weißt schon). Sie ist immer noch in deinem Kopf, wie ein Film. Gefangen in einer Endlosschleife. Schön, unerreichbar. Lynch lässt grüßen.


Bohren sind zurück. Mit einem fulminanten Werk namens Dolores. Kopfkino par excellence. Saxophon und Vibraphon treiben die Bilder in die Gedanken, lassen einen dahin treiben, ertrinken, wieder auftauchen (neugeboren), zurückblicken, bedauern und … hoffen. Nicht, dass es Erlösung gibt. Nur, dass der Schmerz etwas nachlässt und man vielleicht das Glück hat, dieselben Fehler am nächsten Abend noch einmal begehen zu können.


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Tracklist

  • Staub
  • Karin
  • Schwarze Biene (Black Maja)
  • Unkerich
  • Still am Trese
  • Welk
  • Von Schnäbeln
  • Orgelblut
  • Faul
  • Welten
  • Beileid

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Black Earth

Black Earth

Originaltitel: Black Earth, 2002

Wonder

Album

Kommentar

Die Formation aus Mühlheim an der Ruhr war ursprünglich auf Metal und Hardcore ausgerichtet, entschied sich aber Anfang der 90er für einen Stilwechsel hin zu einem eigenwilligen Klanggewebe aus Jazz, Doom Metal und Ambient. Vergleiche zur Musik eines David Lynch-Films sind beim ersten Hören schnell zur Hand. Die ruhigen, minimalistischen Klänge breiten sich wie eine einsame Nacht aus und ziehen unweigerlich in ihren Bann. Die Bezeichnung "Horror Jazz" trifft es nur unzureichend. Es ist ein Hinabdriften in die Dunkelheit der Seele. Jeder Ton assoziiert Bilder - nächtliche Landstraßen, verlassene Häuser, abweisende Straßenschluchten und vor allem verrauchte Nachtclubs. Sehr viel Film noir-Colorit. Sehr viel Einsamkeit. Sehr viel Raum für Gedanken.


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Tracklist

  • Midnight Black Earth
  • Crimson Ways
  • Maximum Black
  • Vigilante Crusade
  • Destroying Angels
  • Grave Wisdom
  • Constant Fear
  • Skeletal Remains
  • The Art Of Coffins

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Sunset Mission

Sunset Mission

Originaltitel: Sunset Mission, 2000

Wonder

Album

Kommentar

Man wähnt sich in Twin Peaks. Oder in einem Film noir. Sunset Mission weist einem den Weg. Hinein in die Dunkelheit. In die Bars und Clubs und schmutzigen Gassen. Zigarettenrauch formt Bilder aus der verdrängten Phantasie, nur um zu zerfasern, ehe man sie richtig deuten kann. Bleibt ein Gefühl von Unruhe. Von Unsicherheit. Weiter driften. Durch die Nacht, die keinen Morgen kennt. Drinks in sich hineinkippen. Denn Alkohol spüren. Eingehüllt in Wortfetzen, die sich nahtlos in den Melodien verlieren. Wo war man? Keine Erinnerung daran. Weiter suchen. Immerzu. Irgendwo muss der Sonnenaufgang sein. Zwischen all dem Nebel und der klammen Angst. Aber dann ist es doch nur der Sonnenuntergang. Und alles fängt wieder von vorne an. Zum Glück.


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Tracklist

  • Prowler
  • On Demon Wings
  • Midnight Walker
  • Street Tattoo
  • Painless Steel
  • Darkstalker
  • Nightwolf
  • Black City Skyline
  • Dead End Angels