David Lynch

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The Big Dream

The Big Dream

Originaltitel: The Big Dream, 2013

Pias UK/Sunday Best

Album

Hintergrund

Lynch reist wieder in den amerikanischen Traum, aber wie von ihm nicht anders zu erwarten, ist der Traum voll unruhiger Schatten und Dramen. Angefüllt mit nächtlichen Straßen, verrauchten Nachtclubs, einsamen Wäldern, durch die die Protagonisten seiner Lieder wandern. Vor allem aber werden sie durch die Tiefen ihres eigenen Seelenlebens getrieben.


Kommentar

The Big Dream ist Lynchs zweites Album, nach seinem Debüt Crazy Clown Time aus dem Jahr 2011. Malerei, Musik und Film sind die Spielwiesen, auf denen der Künstler seinem manchmal kindlichen wirkenden (aber keineswegs verharmlosenden) Gemüt freien Lauf lässt. Kindlich im Sinne von neugierig, ausprobierend, unkonventionell. Wer 2009 die Lynch-Ausstellung Dark Splendor besucht hat, weiß, was gemeint ist. In diesen Reigen fügt sich das neue Album dann auch ganz ausgezeichnet ein. Darin mischen sich Blues-Elemente mit verzerrten elektronischen Effekten und Lynchs eigenwilligem Sprechgesang, der beständig verfremdet wird. Sehr oft leise und dunkel, Musik wie ein Echo um Lynchs Worte. Zum Beispiel in Wishin' Well, Last Call oder dem Opener The Big Dream. An anderer Stelle wiederum treibend, fast schon rockig, wie in drei der besten Tracks Star Dream Girl, Say It und das eigenwillige Sun Can't Be Seen No More. Gelegentlich fühlt man sich zudem sehr stark an Twin Peaks gemahnt - The Line It Curves und der Bonus I'm Waiting Here, bei dem die Schwedin Lykke Li den Gesang beisteuert (wer fühlt sich dabei nicht an den Gesang von Julee Cruise erinnert?).


Fazit

Im ersten Hören ist Lynchs The Big Dream scheinbar zugänglicher als viele seiner anderen Werke. Der Sound kommt melodisch daher, die Worte zumeist sanft. Doch wie nicht anders zu erwarten, stößt er mit jedem Ton, mit jedem Text eine Tür auf in tiefere Gefilde. In Abgründe und Träume, die Protagonisten und Hörer an der Oberfläche kratzen lassen. Wenn er vom großen (amerikanischen) Traum singt, wird klar, dass der Traum bitter, sein Erreichen unmöglich oder der Preis dafür viel zu hoch ist.


Tracklist

  • The Big Dream
  • Star Dream Girl
  • Last Call
  • Cold Wind Blowin'
  • The Ballad of Hollis Brown
  • Wishin' Well
  • Say It
  • We Rolled Together
  • Sun Can't Be Seen No More
  • I Want You
  • The Line It Curves
  • Are You Sure
  • I'm Waiting Here