Raymond Chandler

Raymond Chandler

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Lebwohl, mein Liebling

Lebwohl, mein Liebling

Originaltitel: Farewell, My Lovely, 1940

Roman


Inhalt

Auf dem Rückweg von einem kleinen, schlecht bezahlten Auftrag, läuft Marlowe dem Exhäftling Moose Malloy über den Weg. Ein Berg von einem Kerl, der nach acht Jahren Knast nur seine alte Flamme Velma wiedersehen will. Die arbeitet aber schon lange nicht mehr in der heruntergekommenen Bar Florian's - wie Malloy feststellen muss. Da ist der Manager des Schuppens allerdings schon tot. Während die Polizei dabei ist, die Leiche abzutransportieren, beauftragt der stoische Lieutnant Nulty Marlowe damit, für die Polizei ein bisschen Fußarbeit zu absolvieren und etwas über besagt velam herauszubekommen. Doch die Spur verläuft sich im Haus einer alkoholabhängigen Witwe. Ein Glück, dass dem Privatdetektiv schon bald der nächste Auftrag ins Büro flattert, in Gestalt der öligen Lebemanns Lindsay Marriott. Der will für eine Freundin eine Jadehalskette von ein paar Dieben zurückkaufen und Marlowe soll ihm bei der Übergabe der $8.000 zur Seite stehen. Ein Pech, dass Marlowe am Übergabeort ein paar übergebraten kriegt. Noch mehr Pech, dass jemand seinem Auftraggeber den Schädel eingeschlagen hat. Aber immerhin ist es der Anfang für einen weiteren Job, dieses Mal im Dienst der verführerischen Millionärsgattin Mrs. Grayle. Denn ihr gehört die äußerst wertvolle Halskette. Bis Marlowe allerdings das Dickicht um Exsträflinge, eine verschwundene Nachtclubsängerin, Erpresser, korrupte Bullen, Irrenärzte und Gangster durchblicken, muss er noch so einiges einstecken.


Kommentar

Chandlers zweiter Marlowe-Roman, bekannt durch die Verfilmungen Murder, My Sweet (1944) und Farewell, My Lovely (1975), in der Noir-Altmeister Jim Thompson eine kleine Rolle hatte, und als einer seiner besten angesehen. Farwell wirft eine ganze Reiher skurriler Charaktere in den Topf "Bay City", weit mehr, als in der Verfilmung von 1944 übrig bleiben - der verliebte Moose, die spleenige Anne, die Famme fatale Mrs. Grayle, ihren blutleeren Ehemann, den trägen Bullen Nulty, einen Hünen von Indianer, den esoterischen Quacksalber Amthor und eine versoffene Witwe. Sie alle sind Teil des amerikanischen (Alp)Traums, dem es nachzutrauern oder denn es bis aufs Messer zu verteidigen gilt. Das mag phasenweise schon an eine Groteske erinnern, durch die sich Held Marlowe da bewegt (oder an einen weißen Ritter aus Alice hinter dem Spiegel), ist aber genau jener Zauber von Wort und Atmosphäre, der Chandler unsterblich macht.


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Raymond Chandler - Biographie, Bibliographie