The government is corrupt
And we’re on so many drugs
With the radio on and the curtains drawn

Das Ende der Welt ist gekommen. Die Regierung durch und durch korrupt, die Menschen von Apathie gezeichnet, die Gesellschaft kollabiert. Verzweiflung. Hoffnungslosigkeit.
Fühlt sich vertraut an … F♯ A♯ ∞ (oder auch „F-sharp, A-sharp, Infinity“) klingt wie der Soundtrack zum Weltende. Intendiert, zumindest in der langen Spoke Word-Passage von The Dead Flag Blues, die einem unvollendeten Filmscript von Gitarrist Efrim Menuck entnommen wurde. Danach entspinnt das Post-Rock-Kollektiv Godspeed You! Black Emperor auf ihrem Debüt von 1998 eine Odyssee durch die Überreste der zerstörten Welt. Wobei die erste Fassung von 1997 stammt, damals als LP, die ein Jahr später dann für die CD-Pressung noch einmal überarbeitet und erweitert wurde. Versatzstücke aus Blues, Jazz, Filmmusik, Klassik, Ambient, Noise, Gospel, Rock, dazwischen besagtes Intro oder Gesprächsfetzen von Straßenaufnahmen mischen sich zu einer melancholisch-bedrohlichen Klangwelt. Man fühlt die Vergänglichkeit dieser Überreste, den Zerfall, die Einsamkeit, den Schmerz. Fühlt das Sich-dahin-Schleppen. Das Ankämpfen gegen diese verdammte Welt, die in ihrem Kern vollkommen verfault ist. Mal laut und krachend, oft leise, unterschwellig, von einer tiefen Schwermut geprägt. Wie in East Hastings, dessen klagende Melancholie sich langsam aufbaut, immer weiter, um dann in klassischer post-rock-Art zu eskalieren, nur um einen in einem Meer aus verzerrten Klängen und tiefen Dröhnen ertrinken zu lassen. Providence, dass für den zweiten Release ergänzt wurde, ist dann ein beinahe halbstündiger Tripp beginnend mit einem Straßeninterview, abgelöst von Glockenspiel und Geigen, überrannt von Schlagzeug und Gitarren, die dann in eine gospelartige Klagelaute wechseln, um quasi militärisch weiter zu marschieren, ehe sie nach der klagenden Frage Where are you going? in einen bedrückenden Klangteppich auszulaufen. Drei Minuten Stille und noch ein kurzes Versatzstück zu Ehren von John Lee Hooker.
We’re trapped in the belly of this horrible machine
And the machine is bleeding to death
Links
Mark Richardson hat die Entstehungsgeschichte des Godspeed You! Black Emperor Debüts bei Pitchfork ausgeführt.
Tracklist
- The Dead Flag Blues
- East Hastings
- Providence
Fazit
Bedrohlich, düster, apokalyptisch – F♯ A♯ ∞ triggert Bilder, Filmschnipsel, Emotionen. Fragmentarisch, wie die Soundcollagen selbst, mal erdrückend, dann wieder fragil. Die Welt wirklich kaputt und verrottet bis ins Fundament. Weshalb alles einstürzt. Abhängigkeit, Verlust, Ausweglosigkeit, Tod. Bleibt am Ende etwas, das Hoffnung macht? Vielleicht.
Fakten
F♯ A♯ ∞
Originaltitel: F♯ A♯ ∞, 1998
Godspeed You! Black Emperor
Zu bekommen
Drüben bei Bandcamp.